Kultur : Der General

Ex-Museumsdirektor Wolf-Dieter Dube zum 70.

Bernhard Schulz

Wenn je die Abkürzung der Amtsbezeichnung des Generaldirektors der Staatlichen Museen Berlin zum bloßen „General“ zugetroffen hat, dann beim kaiserlichen Favoriten Wilhelm von Bode. Und ein zweites Mal bei Wolf-Dieter Dube. 1983 kam er nach Berlin, ausgewiesen als Baureferent der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen; an der Spree sollte er sich um den Fortgang der Arbeiten am Kulturforum kümmern. Erst einmal aber musste er das Debakel des 1985 eröffneten Kunstgewerbemuseums ertragen. Danach konnte er die Neuplanung der Gemäldegalerie durch das Münchener Büro Hilmer & Sattler realisieren.

Aber auch diese Eröffnung im Juni 1998 war nicht frei von Kontroversen.Im Zuge der deutschen Wiedervereinigungwardie Museumsinsel als historischer Ort der Gemäldegalerie in den Blick gerückt. Dube aber hielt eisern am Kulturforum fest, einerlei, ob nun mehr und andere Gemälde unterzubringen waren als ursprünglich geplant. In diesen frühen Neunzigerjahren lief der 1934 in Schwerin geborene Dube zu seiner Form auf. Kontroversen ging er nicht aus dem Weg – und hielt damit dem mühseligen Vereinigungsprozess der Museen den Rücken frei. Natürlich waren die Traditionalisten der Museumsinsel nicht glücklich mit Dubes Beharren. Doch Dube, gestählt im Umgang mit staatlichen Behörden, wusste genau, dass ein Innehalten nur zur Streichung der bewilligten Mittel geführt hätte.

Wo er selbst als Weichensteller glänzen wollte, war ihm vergleichbarer Erfolg nicht beschieden. Sein Favorit für die Museumsinsel, der Kalifornier Frank Gehry, hatte bei der Berliner Senatsverwaltung keine Chance. Die Planung der „Insel“ entglitt dem Machtbewussten; erst sein Nachfolger Peter Klaus Schuster lenkte sie in geschmeidigere Bahnen. „Das ist eine große Niederlage“, so Dube am Ende: „Meine Vision für die Museumsinsel war eine grundsätzlich andere.“ Die Gemäldegalerie, bei der er bis in die Hängung der Bilder hinein die letzte Entscheidung beanspruchte, ist wohl die bedeutendste Frucht seiner 16-jährigen Amtszeit.

Als sei das nicht genug, fällt in seine Zeit auch noch der Gewinn der Sammlung Berggruen für Berlin und die Eröffnung des Hamburger Bahnhofs mit der Sammlung Marx, beides 1996. Nicht zuletzt im souveränen Zwiegespräch mit bedeutenden Sammlern erwies sich Wolf-Dieter Dube als würdiger Nachfahr Bodes. Heute feiert der Ex-„General“ seinen 70. Geburtstag.

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