Kultur : Der Hubschrauber im Hut gehört zur Grundausstattung gegen das Böse

Nadine Lange

James Bond kann einpacken, denn jetzt kommt "Inspektor Gadget". Agent 007 muss sich in jeder Folge mit neuen Gimmicks ausrüsten lassen, Gadget (Matthew Broderick) hat sie schon in seinem Körper installiert: Sprungfedern in den Füßen, Minihubschauber im Hut und ein ausfahrbarer Arm gehören zur Grundausstattung. Sein Gegner, Sanford Scolex (Rupert Everett), führt Insignien des Bösen mit sich, die ebenfalls an Bond-Filme erinnern: eine weiße Katze und eine gefährliche Stahlklaue. Dieser Fiesling hat den genialen Professor Bradford getötet, um ihm eine Erfindung zu stehlen, mit der künstliches Leben erzeugt werden kann. Gadget konnte den Überfall nicht verhindern, denn damals war er noch John Brown - ein schüchterner Sicherheitsbeamter ohne übernatürliche Fähigkeiten. Vergeblich verfolgte er Scolex und landete schließlich in einem Ganzkörpergips. Bis Bradfords Tochter Brenda (Joely Fisher), in die John heimlich verliebt war, ihn zum Robocop aufrüstete. Ihre Zugabe: das Gadgetmobil, das nicht ganz so schick ist wie das Batmobil, aber mindestens fünfmal so schlau.

Die neue Runde im Kampf des Guten gegen das Böse verläuft höchst kurzweilig und witzig. Regisseur David Kellogg hat in seinem Kino-Debüt die zugrunde liegende legendäre Zeichentrickserie in ein spaßiges Realfilm-Spektakel verwandelt. Mit hohem Animationsaufwand, rasantem Schnitt und vielen kleinen Randgags hält er die Spannung. Dabei ist "Inspektor Gadget" rundum familientauglich: Für die Kinder gibt es Slapstick und witzige Dialoge, für die Erwachsenen kurze Anspielungen auf andere Filme. Sehr unterhaltsam sind zudem die kleinen Nebengeschichten, die mit diversen Haustieren veranstaltet werden.

Werbefilmer Kellogg hat seinen "Inspektor Gadget" mit Respekt vor der Comic-Serie inszeniert: Musik und Kostüme wurden teilweise eins zu eins aus der gezeichneten in die dreidimensionale Welt übertragen. Zudem eignet sich Matthew Broderick gut als Projektionsfläche für die gestrichelten Visionen. Die Schrulligkeit des Comic-Gadget erreicht er zwar nicht ganz, doch sein Spiel hat genau das richtige Maß an Plastik-Appeal für diesen knallbunten Film. Am Ende gibt es noch ein bisschen Liebesschmalz, wobei die Maschine in einen Menschen mit Herz zurückverwandelt wird. Abgesehen von dieser unnötigen Inkonsequenz: ein Popcorn-Film der oberen Spielklasse.In 15 Berliner Kinos; Kurbel (OV)

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