Kultur : Der Kapellmeister

Stationen einer Opernkarriere: Horst Stein feiert den 70.GeburtstagEin Mann der Praxis von Jugend auf: Horst Stein, als Sohn eines Mechanikers am 2.Mai 1928 in Elberfeld geboren, kann auf ein halbes Jahrhundert Erfahrung im musikalischen Handwerk zurückblicken.Nach dem Studium an der Rheinischen Musikhochschule in Köln bei Philipp Jarnach (Komposition) und Günter Wand (Dirigieren) debütierte er, noch nicht 20jährig, 1947 als Kapellmeister in Wuppertal.Vier Jahre später gelang ihm der Sprung an ein Haus ersten Ranges, die Hamburgische Staatsoper, und 1955 folgte er einem Ruf von Erich Kleiber, der nach jahrelangen Auseinandersetzungen mit den DDR-Kulturbehörden wieder Chefdirigent an der Deutschen Staatsoper geworden war, und wechselte als Staatskapellmeister an dieses Haus.Als Kleiber nach neuerlichen Konflikten mit der SED-Bürokratie wenig später seinen Vertrag wieder kündigte, wurde Stein sein Nachfolger als künstlerischer Leiter der Lindenoper.Nach dem Mauerbau vom August 1961 aber kehrte er von einer Gastspielreise durch die Bundesrepublik nicht nach Ost-Berlin zurück.Nach Mannheim und Wien gipfelte die Laufbahn des Kapellmeisters von 1972 bis 1977 in der Generalmusikdirektion der Hamburgischen Staatsoper neben August Everding als Intendanten; künstlerische Schwerpunkte: Richard Wagner und Richard Strauss.1980 ging Stein als Chefdirigent des Orchestre de la Suisse Romande nach Genf, gab diese Position aber 1985 auf, um die Leitung der Bamberger Symphoniker zu übernehmen, die, 1946 von ehemals Prager Philharmonikern gegründet, dank weltweiter Gastspielreisen den Ruf eines musikalischen Botschafters der Bundesrepublik genossen.Als die Bamberger Symphoniker im März 1996 ihr 50jähriges Bestehen feierten, ernannten sie Horst Stein zu ihrem Ehrendirigenten.Seinen heutigen 70.Geburtstag begeht der Wahlschweizer an seinem Wohnsitz in Vandoeuvres am Genfer See. Tsp

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben