Kultur : Der Klang der Satelliten

Jörg Königsdorf

sieht zu, wie Orchester sich vermehren Sie machen’s alle: Zählt man all die Kammermusik-Ensembles im Umkreis der Berliner Orchester, kommt man schnell auf eine Zahl über hundert. Allein die Philharmoniker listen 36 solcher Satelliten auf, die einem ein wenig nach Unterbeschäftigung im Hauptberuf dünken. In den letzten Jahren hat diese Entwicklung allerdings eine neue Dynamik bekommen, da Dirigenten wie Nagano und Rattle Kammermusik als integralen Bestandteil der Institution Sinfonieorchester begreifen. Wie in Amerika, so sollen auch in Berlin Orchester als Musikerpools gelten, aus denen je nach Bedarf Spezialistenteams vom Duo bis zum Kammerorchester gebildet werden.

Seit zwei Wochen nutzen die Philharmoniker sogar ihren etwa 160 Plätze fassenden, eben erst in Hermann-Wolff-Saal umbenannten Chorsaal in der Philharmonie für diesen Zweck: In einer kleinen Serie stellen Orchestermitglieder in etwa einstündigen Kurzkonzerten Musik in Minimalbesetzung vor: Am Donnerstag um 18 Uhr ist die fabelhafte Harfenistin Marie-Pierre Langlamet an der Reihe, die mit dem Geiger Stanley Dodds ein exquisites Programm von Mozart bis Saint-Saens ausgearbeitet hat.

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