Kultur : Der Kunst scheint eine Sonne in Türkis Zweite Berlin Art Week:  Schwerpunkt Malerei

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Eigentlich hätten sie das Lied zusammen anstimmen können, wie sie in Clärchens Ballhaus zu fünfzehnt vorne standen und jeder auf seine Art die Zeile intonierte: Gemeinsam bringen wir die Kunststadt Berlin nach vorn. Knapp einen Monat vor der zweiten Berlin Art Week präsentierten die Vertreter des Senats und der beteiligten Institutionen das Programm. Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer gab mit Kulturstaatssekratär André Schmitz im Duett die Vorsängerin: „Wir wollen ein Format schaffen, das Kunst und Kunstmarkt verbindet.“ Damit stellte sie deutlicher als bisher die Klammer her. Die Berlin Art Week im Herbst bildet neben dem Gallery Weekend im Frühjahr einen zweiten Fixpunkt im Terminplan der Stadt, „um Kunst zu erleben und erwerben“. Die beiden Messen Art Berlin Contemporary mit 130 Galerien und die Preview mit 77 Teilnehmern beginnen zwar erst am 19. September, zwei Tage nach dem offiziellen Start der Kunstwoche, doch sie sind die Zugpferde, um internationale Sammler, das Publikum aus der Ferne in die Stadt zu locken.

Für die zweite Ausgabe der Berlin Art Week ist diesmal ein übergreifendes Thema gefunden: „Painting forever!“. Nationalgalerie-Direktor Udo Kittelmann hatte den „so einfachen wie genialen“ Einfall, wie ihm der Chef der Berlinischen Galerie, Thomas Köhler, bescheinigte. Neben ihren beiden Häusern beteiligen sich die Kunst-Werke und die Deutsche Bank Kunsthalle mit Malerei-Ausstellungen. Ihre Institutionen sahen sich vor die komfortable Situation gestellt, dass ihnen Geld zur Verfügung gestellt wurde und sie sich dazu etwas einfallen lassen sollten. 350 000 Euro gibt die Wirtschaftssenatorin für die Art Week insgesamt – zur Hälfte aus europäischen Fördermitteln und Landesetat.

Sechs Tage, ein Ticket – Startschuss ist ein Open-Air-Fest in der Auguststraße am 17. September mit Konzert, Performances, Vernissagen nicht nur in den Kunst-Werken und im Me-Collectors- Room als Anrainern, sondern auch im Haus der Kulturen, der Akademie der Künste, beim Neuen Berliner Kunstverein, der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst, c/o Berlin, die eigene Akzente setzen. Unter dem alle vereinenden Label eines türkisen Kreises tauchen auch jene zehn temporären Partner auf, die von einer Jury ausgewählt wurden: Projekträume, die sich an der Peripherie befinden. Else Gabriel, Mitbegründerin der Kunsthalle am Hamburger Platz, einer Galerie der Kunsthochschule Weißensee, durfte stellvertretend für diese Schar Auserwählter zum Schluss ihr Projekt vorstellen. In einem temperamentvollen Statement erinnerte sie daran, dass die Künstler die Basis sind, auf der das ganze Unternehmen fußt. Fast hätte man es vergessen. (www.berlinartweek.de) Nicola Kuhn

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