Kultur : Der kurze Weg von Pop zu Pop Art

Kai Müller

Das berühmteste Riff der Rockgeschichte hat vier Akkorde und geht so: Bam bam bamm, Bam bam badamm, Bam bam bamm, bambamm. Mit „Smoke On The Water“ sind Deep Purple unsterblich geworden, obwohl das Quintett um Gitarrist Ritchie Blackmore in den 30 Jahren seines turbulenten Bestehens weit über 200 Songs geschrieben hat. Hundert davon hat die russische Malerin Olga Stozhar in einem Anverwandlungsprozess in Öl gebannt. „Deep Purple in Art“ , nennt die 35-jährige Russin ihr kurioses Mammutprojekt im Löwenpalais der Stiftung Starke – eine visuelle Jukebox. Wie malt man Popsongs, in denen das Leben einfach, schnell und meist zu kurz ist? Für „Demon’s Eye“ setzt Stozhar das verführerische Augenpaar eine Lady ins Bild, für „Fireball“ malt sie tief ausgeschnittene Dekolletees.

Es gehe um die Idee dessen, was Rock’n’Roll der Siebziger in seiner bunten, größenwahnsinnigen Opulenz freigesetzt habe, sagt die Malerin und meint damit die spitituelle Dimension des „Farbklangs“ verzerrter E-Gitarren, heulender Orgeln und brodelnder Trommelwirbel. So wie die Musik von Deep Purple sich immer wieder neu aus der bewährten Hardrock-Rezeptur herausschälte, so setzt Stozhar ihre Bilder gerne aus grafisch-unterkühlten Motiven und kunsthistorischen Zitaten zusammen, mit denen sie die Soundmaschine der Band einer eigenwilligen Traumdeutung unterzieht. Ein kurzer Weg von Pop zu Pop Art.

Deep Purple in Art, bis 20. Juni in der Stiftung Starke (Königsallee 30-32, Grunewald), Mo-Do 9.30 -17 Uhr, Fr bis 14 Uhr.

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