Kultur : Der Laut der Welt

KERSTIN DECKER

Sakiko (Naomi Nishida), ein unscheinbares Kind.Und noch immer hat sie diesen Kleinmädchentrotz um den Mund.Eine, die man leicht übersieht.Aber wie alle unscheinbaren Menschen fühlt auch Sakiko eine verzehrende Leidenschaft: Geld!

Andere suchen in ihrem Alter das große Glück, Sakiko sucht 500 Millionen Yen.Sie macht es genau wie die Glückssucher, mit grenzenloser Selbstaufopferung.Von Geburt an faszinierte sie nur ein Geräusch, Metall.Münzen, wenn sie aufeinanderschlagen.Das ist der Laut der Welt! Dann die Desillusionierung, die jedem jungen Menschen widerfährt: Es gibt auch Scheine! Bei einer Banklehre gewöhnt sie sich an die Scheine.

Der Nachteil der Unscheinbarkeit: Man wird schnell mal als Geisel genommen.Der Vorteil: Sakiko weiß jetzt ganz genau, wo die 500 Millionen Yen sind.Eine japanische Kriminalgeschichte? Wie banal.Der Spaß an diesem trashigen komischen Film (Regie: Shinobu Yaguchi) ist, daß Sakiko alles erreicht, was man nur schaffen kann - beste Bergsteigerin, beste Schwimmerin, beste Geologin (es handelt sich ja um einen vergrabenen Schatz) - und es nicht mal bemerkt.Denn sie hat ein Ziel vor Augen.

Für alle mit Freude am schlechten Geschmack, bösen Pointen und dilettantischen Trickaufnahmen.Man kann auch Groteske dazu sagen: An manchen Abenden gibt es nicht Besseres.

Im Filmkunst 66 und in den Hackeschen Höfen (jeweils OmU)

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