Kultur : Der Meister und seine Visionen

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, 1946 in Polen als Sohn von HolocaustÜberlebenden geboren, wanderte mit seinen Eltern erst nach Israel und in den 60er Jahren in die USA aus. 1965 wurde er amerikanischer Staatsbürger. Nun hat der Architekt des 1999 nach langen Auseinandersetzungen eröffneten und seitdem zum Magnet für Millionen Besucher gewordenen Jüdischen Museums in Berlin und Schöpfer des auf Ground Zero geplanten 1776 Fuß hohen „Freedom Tower“ seine – zuerst auf Deutsch erscheinenden – Memoiren geschrieben. Libeskinds „Breaking Ground“ , das kommenden Samstag bei uns in den Buchhandel kommt, heißt im mehrsinnigen Untertitel „Entwürfe meines Lebens“. Tatsächlich sind Libeskinds Bauten vor seinem Museum für den in Auschwitz ermordeten Maler Felix Nussbaum (in Osnabrück), vor dem legendären Berliner Haus in der Form eines geborstenen Sterns oder dem Imperial War Museum in Manchester zumeist nur Entwürfe, Träume, Utopien geblieben. Auch davon erzählt Daniel Libeskind in seinem witzig mitreißenden und mitunter visionär poetischen Buch. Er möchte Bauten schaffen, die „leben und atmen“, die „singen“ können und „einen Körper und eine Seele besitzen wie wir Menschen“. So erweist sich der kühne, kantenstürzende Dekonstruktivist auch als künstlerischer Humanist. Libeskind lebt nach vielen Jahren in Berlin jetzt wieder in New York. P.v.B.

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