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Kultur : Der Sound der Würstchenbude

Wie klingt die Stadt? Das Berliner Festival „Sonambiente“ sucht nach dem Zusammenhang von Raum, Kunst und Klang

Christina Tilmann

Musikfreunde unter sich: In einem kleinen, kanadischen Dorf haben Janet Cardiff und George Bures Miller bei einem Trödler eine erstaunliche Plattensammlung gefunden, über 200 Opernplatten, alle gekennzeichnet mit R. Donnerty. Wie mögen sie dort in die Einöde gelangt sein, nach schriftlicher Bestellung und monatelanger Lieferzeit? Jetzt haben die beiden kanadischen Künstler dem unbekannten Opernfan ein berührendes Denkmal gesetzt: ein kleiner Holzraum, zugerümpelt mit Plattenspielern, Kronleuchtern, Sesseln, Lautsprechern. Und als Soundinstallation hört man einen alten Mann, wie er ins Zimmer schlurft, sich räuspert, umständlich die Platten auflegt, sich niederlässt, Musik erklingt, manchmal singt er leise mit, dann bleibt die Platte hängen, es donnert und blitzt, der Strom fällt aus. Irgendwann spielen alle Plattenspieler gleichzeitig, die Kronleuchter glühen, grünes Licht blitzt, und am Ende erklingt langer Applaus. „Opera for a small room“ heißt die Installation der beiden in Berlin lebenden Klangkünstler in der Akademie der Künste am Pariser Platz. Es ist eine große Oper.

Und noch eine Hommage, diesmal in der alten Akademie der Künste am Hanseatenweg: ein kleines Holzhaus auf der Gartenterrasse im ersten Stock. Da sitzt man und hört: Vögel pfeifen, jemand stochert in der Erde, Satzfetzen, ein leises Lachen, und dann wieder lange nichts. Stille. „Gardening with John“ hat Alvin Curran die Erinnerung an seinen Freund John Cage genannt, und fügt hinzu: „John war die Stille immer lieber als der Klang.“ Da bleiben wir noch etwas länger in der Hütte sitzen und schweigen.

Der amerikanische Komponist Alvin Curran ist nicht der Einzige, der sich auf den großen Pionier der Klangkunst bezieht. Seppo Gründler baut am Pariser Platz einen Cage-Klangraum en miniature nach, Bernhard Leitner lässt einen Cage-Satz in Endlosschleife in seiner Skulptur „Serpentinata“ wispern. „Die Klangkunst ist in ihre postmoderne Phase eingetreten: Sie zitiert sich selbst“, meint auch Matthias Osterwold, einer der Kuratoren des groß angelegten Klangfestivals „Sonambiente“, das ab heute durch die ganze Stadt verteilt verschiedene Räume zum Klingen bringt, von den beiden Akademiegebäuden über das Allianz-Haus am Kurfürstendamm, die ehemalige Polnische Botschaft, den Schlossplatz bis zum Ostbahnhof.

Es ist nicht das erste Festival seiner Art: 1996, vor zehn Jahren, erschloss das erste Sonambiente-Festival noch ruinöse Räume wie die Akademiebauten am Potsdamer Platz, das Stadtbad Oderberger Straße oder das Postfuhramt in Mitte – und wurde ein großer Erfolg, der Katalog ist ein Klassiker. Heute ist nicht nur die Klangkunst in Berlin längst etabliert, auch die Stadt selbst hat sich verändert, die Akademie am Pariser Platz etwa ist aufwändig saniert. Man muss schon suchen, bis man einen Bau wie die ehemalige Polnische Botschaft Unter den Linden findet, seit fünf Jahren leer stehend, in ihrem Verfall ein Denkmal des untergegangenen Sozialismus. Ende des Jahres soll sie abgerissen und durch einen Neubau im Stil des Hotel Adlon ersetzt werden. Bis dahin wird sie nun künstlerisch genutzt: Die Schweizer Künstlerin Pipilotti Rist lässt im Foyer die Bilder tanzen, Joanna Dudley bittet einen 97-jährigen Australier, ein Lied zu singen, das sie auf verschiedenen Plattenspielern abspielt, und der Pole Artur Zmijewski sucht in Israel polnische Juden und erinnert sich mit ihnen an die Lieder ihrer Kindheit.

Gesungen wird überhaupt viel, bei Sonambiente 2006: Candice Breitz, die in Berlin lebende Südafrikanerin, einer der internationalen Stars der Klangkunstszene, reist durch Jamaika und sucht die größten Bob-Marley-Fans, die sie bittet, das Marley-Album „Legend“ playback im Studio zu singen – das Ergebnis, als Videowand installiert, tönt gewaltig durch die Akademie am Hanseatenweg. Es ist die erste Musik-Hommage, die Breitz 2005 entworfen hat – inzwischen sind ähnliche Arbeiten zu Madonna, Michael Jackson und John Lennon entstanden.

Mit solchen Installationen ist Klangkunst/sound art längst selbstverständlicher Bestandteil aller Ausstellungen und Biennalen. Doch das Berliner Festival, ein außergewöhnlich spannendes Entdeckungs-Angebot, fasst den Begriff weiter, als Sensibilisierungsstrategie zur Erforschung von Raum und Stadt. Nicht nur sucht man die unbesetzten Räume im Stadtraum – auch der Schlossplatz darf dabei natürlich nicht fehlen, mit einer sprechenden Currywurstbude und einer Klanginstallation im Sockelgewölbe des ehemaligen Nationaldenkmals an der Spree: vor allem geht es um den Klang der Stadt. Und der besteht nun einmal hauptsächlich aus Lärm. Die amerikanische Künstlerin Terry Fox begleitet den blinden Autor Siegfried Saerberg auf einem Spaziergang rund um die Polnische Botschaft, der Zuhörer folgt den beiden per Kopfhörer; oder er geht mit Donatella Landi durch das Labyrinth der Pariser Metro. Manchmal aber reicht es einfach auch nur, das Fenster zu öffnen, wie Achim Wollscheid, der den Hauptsaal der Polnischen Botschaft zur Straße Unter den Linden erschließt, herein dringt der allgegenwärtige Straßenlärm.

Das größte Klangereignis des Sommers jedoch liegt nicht in der Hand der Kuratoren, auch wenn sie den Zeitpunkt für ihr Festival bewusst gewählt haben. Nicht wenige Künstler, wie Tilman Küntzel oder Alfred Behrens, haben sich von der WM inspirieren lassen. Im Foyer des Hauses der Berliner Festspiele findet an den WM-Spieltagen eine „Public Viewing Lounge“ statt, mit Live-Übertragungen in den jeweiligen Nationalsprachen und künstlerischem Rahmenprogramm. Wie sagt Kurator Georg Weckwerth: „Ein Stadion voller Fans, das ist die größte Klanginstallation des Jahres.“

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