Kultur : Der Tagesspiegel

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MUSIK AUS BERLIN

POP

Zart-Core – so nennen komeit die Produkte aus ihrem Heimstudio. Keine Übertreibung. So intim und filigran klingt es selten in Berlin. Julia Kliemann und Chris Flor haben sich in ihr Wohnzimmerstudio verkrochen. Ihre Songs sind von ergreifender Schlichtheit und legen sich wie ein feiner Flaum ins Ohr. Finger quietschen über Gitarrensaiten, Billig-Keyboards säuseln, dazu singen die beiden überaus sanft und verträumt. Musik mit der alles wieder gut wird. Da kann der studentoide Mitte-Boy seine Dutschke-Frisur durchwuscheln und in den Milchkaffee seufzen. Der reifere Elektronikfreund goutiert vielleicht die simple, aber federleicht abgestimmte Rhythmusmaschine, die fast wie vor 20 Jahren klingt. „Sind doch nur unsere ersten Schritte“, scheint das Album zu sagen.

Stimmt nicht. „Falling into place“ (Monika/indigo) ist schon ihr zweites Album. Und da ist alles mit feinem Understatement gesetzt, wie bei Can oder Eno – oder den genialen Dilettanten der Berliner Tradition. Aber mit Vergleichen sollte man vorsichtig sein. Denn komeit kommen aus Hier und Jetzt, dem ja immer mal wieder ein Boom prophezeit wird. Dabei gibt es ständig neue Bands, die gute neue Platten machen. Platten wie diese. Das genügt eigentlich schon.

ghl

komeit stellen „Falling into Place“ heute im nbi (Schönhauser Allee 157) vor

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