Kultur : Der Tagesspiegel

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HÖRTEST

JAZZ

Er ist der junge Wilde unter Amerikas Jazzschlagzeugern. Jim Black steht für eine Musiker-Generation, die Improvisation und Kollektiv ständig verschränkt und trotz romantisch-empfindsamer Gefühlslagen auch vor brachialen Mitteln nicht zurückschreckt. Seit zwei Jahren leitet er das Quartett Alas No Axis, dem auch der junge Saxophonist Chris Speed angehört. Weit gespannte, traurige Melodiebögen, kraftvolle Backbeats und verzerrte Gitarrenakkorde verbreiten auf deren zweiter CD „Splay" (Winter & Winter) einen düsteren Heavy Jazz, der auch von einer Rockband gespielt werden könnte. Mit dem einzigen Unterscheid, dass die wenig Sinn für jene sublime Verzweiflung hätte, die Black in sein porös-zorniges Spiel einfließen lässt. KM

HÖRBUCH

Es war einmal eine Patchwork-Familie: Wenn Elke Heidenreich „Aschenputtel“ erzählt, wird daraus eine Story, die mit dem Leben von heute zu tun hat – ohne dabei den Märchen-Charme zu verlieren. Sie hinterfragt sie jede dramaturgische Volte, will wissen, was zwischen Vater und erstgeborener Tochter schief gelaufen ist, und ob die Flucht aus dem Schloss etwas mit der Angst zu tun hat, dass sich selbst Traumprinzen im Alltag verändern. Dazu spielt die Basel Sinfonietta live und lustvoll Ausschnitte aus Prokofiews Cinderella-Ballettmusik (Kein & Aber Records/Eichborn). Eine Märchen-CD, bei der Elten bis zuletzt mit zuhören wollen. F.H.

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