Kultur : Der Tagesspiegel

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HÖRTEST

KLASSIK

Dass Frankreichs größter Barockkomponist Rameau in seinen prachtvollen Opernspektakeln weit in die Zukunft der Musik gehört hat, weiß man inzwischen sogar hierzulande. Seine geistreich-brillanten Cembalo-Suiten werden dagegen von den meisten Pianisten übersehen. Obwohl Stücke wie „Die Henne“, „Die drei Hände“ und die „Gavotte“ Ohrwurm-Qualität und in ihrer perfekten Verschmelzung von Ornt und Melodie französische Raffinesse besitzen. Der junge Pianist Alexandre Tharaud hat zehn Jahre lang an den Miniaturen gefeilt und spielt die Stücke auf seinem klangprächtigen Steinway mit soviel Charme, Eleganz, tänzerischer Beschwingtheit, dass sie – glücklich machen. (harmonia mundi). jök

POP

Wenigstens einmal hat es ein Lehrer und Popfan geschafft, die Herzen seiner Schüler wirklich zu treffen. So unschuldig, so enthusiastisch und ohne Scheu vor Gefühlen sind deren Chorversionen von Klassikern wie David Bowies „Space Oddity", Paul McCartneys „Band On The Run" und Brian Wilsons „In My Room". Drei von über 20 Songs, die bereits 1976/77 vom kanadischen Langley Schools Music Project aufgenommen wurden und nun wiederveröffentlicht sind: „Innocence And Despair" (Setanta Records). Die Teenager-Angst ist in den 60 Stimmen zu spüren, wie sie flüstern und shouten von fast Orff’scher Kraft. Bowie selber befand, ihre Major-Tom-Version sei die verstörendste. Lehrer, die Songs von heute warten!chh

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