Kultur : Der Tagesspiegel

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Einem Komödienregisseur braucht keiner erzählen, das Leben sei ungerecht. Wenn es mit gerechten Dingen zuginge auf der Welt, würde ein Porträt von Blake Edwards (leider sieht er aus wie ein ergrauter US-Senator) auf dieser Seite prangen. Oder doch ein Foto aus seiner zauberhaften Hommage an die Stadtneurotikerin Audrey Hepburn, „Frühstück bei Tiffanys“. Oder wenigstens ein Panorama aus seinem Meisterwestern „Missouri“. Dem Mann, der vor 80 Jahren in Tulsa, Oklahoma geboren wurde, sind sogar Thriller gelungen wie „Der letzte Zug“; er war sich nicht zu schade, Ravels „Bolero“ mit dem Bo Derek-Knüller „Die Traumfrau“ in die erotische Hitparade zu befördern. Über Frauen, Männer und das, was man Beziehung nennt, hat er („Blind Date“) federleichte Filmvergnügen verfertigt und das utopische Beziehungsfest, den Rollentausch, wie in „Victor/Victoria“ und „Switch“, auf die witzige Spitze getrieben. Aber berühmt wurde Edwards als Erfinder des Inspektors Clouseau und der „Pink Panther“-Serie, dafür erhielt er jüngst noch den Ehrenpreis der Drehbuchautoren. Macht nichts, dass dem Routinier in den depressiven Jahren seines schwindenden Hollywood-Glücks die Fortsetzungsverschnitte der Kultklamotte immer flauer gerieten. Die Lust an den überspannten Saiten seiner Leinwandcharaktere hat schließlich auch Blake Edwards’ alter ego, das Fettnapf-Stehaufmännchen Peter Sellers (auf dem Cinetext-Foto als Inspektor Clouseau mit Capucine), zu Lebzeiten nie verlassen. Happy Birthday! Nur weil die Welt ungerecht ist, ist das Leben komisch. tl

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