Kultur : Der Zar

Nikolaus II., dem Zar von Russland,

war kein Glück beschieden (ja er war das Unglück in Person).

13 Jahr erst war er alt, da fiel Großvater Alexander II.

beim Kutschenritt einem Meuchelmord zum Opfer.

Von der Empore seiner Krönungsfeier aus musste er zusehen,

wie über 1400 Menschen starben, zu Tode getrampelt beim Versuch

an ein wenig Gebäck und Getränke zu gelangen.

„Es war ein gar prächtiges Fest!“ Sprach’s und strich einem zarten Mädchen

über die zarte Wange.

Hungersnöte kamen und öffneten allen Übeln Tür und Tor, ließen das Leben

außen vor.

Als 1905 die Revolution ausbrach, da fackelte er nicht lang

und schickte seine Soldaten.

Die Bilanz war beachtlich:

5000 Politiker, die den Tod fanden

45 000 Bürger, die in die Verbannung mussten

Zehntausende Bauern, die man auspeitschte

Hunderttausende Hütten, die ein Raub der Flammen wurden.

„Die Träume der Herrscher mögen eines Tages ihr Ende finden, nicht jedoch die Träume der Völker“,

sprach ein Mann auf seiner heimlichen Überfahrt von Schweden nach Helsinki.

Derselbe, der nur wenige Jahre später, von seiner Empore auf den großen Platz herabblickend, den Traum von einem Weltreich träumen sollte.

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