Deutsch-österreichische Historikerin : Brigitte Hamann ist gestorben

Die Wiener Historikerin ist im Alter von 76 Jahren gestorben. Sie schuf populäre Standardwerke über Adolf Hitlers frühe Jahre in Wien und entzauberte den „Sissi“-Mythos.

Brigitte Hamann, geboren 1940 in Deutschland, studierte in Wien, wo sie lebte und publizierte. Bekannt wurde sie mit ihrem Werk "Hitlers Wien - Lehrjahre eines Diktators".
Brigitte Hamann, geboren 1940 in Deutschland, studierte in Wien, wo sie lebte und publizierte. Bekannt wurde sie mit ihrem Werk...Foto: dpa

Die durch ihre Hitler- und Habsburger-Biografien bekannte Historikerin Brigitte Hamann ist tot. Das bestätigte ihre Familie der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Die in Essen geborene Forscherin starb am Dienstag im Alter von 76 Jahren. Zuvor hatte die österreichische Tageszeitung „Der Standard“ darüber berichtet.

Hamann kam in den 1960er Jahren nach Wien und nahm die österreichische Staatsbürgerschaft an. Die freie Historikerin und Autorin schuf populäre Standardwerke über Adolf Hitlers frühe Jahre in Wien, über den Habsburger Kronprinz Rudolf sowie dessen Mutter Kaiserin Elisabeth. Durch eine umfangreiche Archiv-Recherche in Bern fand sie das Tagebuch von Elisabeth, das ihr klar machte, dass die Kaiserin eine "sehr depressive, sehr müde, ironische und sarkastische Frau" gewesen sei, so Hamann. Sie zertrümmerte den Mythos aus den „Sissi“-Filmen. Fortan war sie gefragt als „Habsburger-Expertin“, war in TV-Dokumentationen eine der sachverständigen Stimmen.

Im Jahr 2002 veröffentlichte Hamann ihre Biografie der Bayreuther Festspielchefin und Hitler-Freundin Winifred Wagner und beschrieb die engen Kontakte der Wagners zum kommenden "Führer". (mit dpa)

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