Deutsche Museen : Qualität oder Umsatz?

Die Museen in Deutschland stehen nach Ansicht des Deutschen Museumsbundes angesichts knapper Kassen zunehmend unter Rechtfertigungsdruck.

Frankfurt/Main - Der Präsident des Deutschen Museumsbundes, Michael Eissenhauer, sagte, die Museen bräuchten in ihren Verwaltungen auch betriebswirtschaftliche Grundsätze. "Die Häuser sind aufgerufen, eine Kosten-Leistungs- Rechnung mit Budgetierung einzuführen."

Anlässlich einer zweitägigen Tagung der Kulturstiftung der Länder und des Deutschen Museumsbundes unter dem Titel "Was macht ein Museum erfolgreich?" sagte die Generalsekretärin der Stiftung, Isabell Pfeiffer-Poensgen, nicht jede Not der öffentlichen Haushalte dürfe gleich zu einer Grundsatzdebatte führen mit der Frage: "Brauchen wir dieses Museum?". Der Direktor des Senckenberg-Museums in Frankfurt, Volker Mosbrugger, betonte, die Häuser müssten sich an die Veränderungen im Umfeld anpassen. Qualität sei noch keine Garantie für Erfolg. Es sei weiterhin auch eine Vielfalt der Museumslandschaft nötig.

Eissenhauer: Erfolg sei nicht von Besucherzahlen abhängig

Eissenhauer meinte, Erfolg sei nicht "die Anzahl der gezählten Füße". Die Zahl der Besucher sei zwar auch ein Kriterium, aber nicht das einzige. Die Museumsleute wollten auf der Tagung eine Argumentationsgrundlage erarbeiten, um ihre Qualität und Quantität erfolgreich gegenüber dem Steuerzahler und der Politik darzustellen. Eine Möglichkeit könnte sein, stärker mit den Tourismusorganisationen zusammenzuarbeiten. Museen im Ausland seien an diesem Punkt häufig viel weiter. Mosbrugger verwies darauf, dass es beispielsweise in den USA erfolgreiche Beispiele für die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft gebe. (tso/dpa)

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