Deutsche Oper Berlin 2015/16 : Spannende Pläne für die Zukunft

Die Deutsche Oper Berlin hat viel vor 2015/16: Ein Meyerbeer-Zyklus startet, es gibt eine Uraufführung, insgesamt 179 Aufführungen auf der Hauptbühne - und für 2020 ist ein neuer "Ring des Nibelungen" angekündigt

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Die Deutsche Oper Berlin Foto: Deutsche Oper
Die Deutsche Oper BerlinFoto: Deutsche Oper

Sie wollen es tatsächlich tun: Götz Friedrichs legendäre Inszenierung von Wagners „Ring des Nibelungen“ wird abgesetzt. „Wir alle lieben diese Produktion“, beteuert Intendant Dietmar Schwarz bei der Präsentation der Saison 2015/16 am Freitag. „Weil aber das Bühnenbild nach drei Jahrzehnten langsam auseinander fällt, standen wir vor der Entscheidung: Bauen wir den Zeittunnel nach oder wagen wir lieber eine neue Deutung.“ Ab 2020 wird Regisseur Stefan Herheim also seinen analytischen Blick auf die Tetralogie richten, gemeinsam mit Generalmusikdirektor Donald Runnicles. Dessen Vertrag läuft offiziell zwar nur bis Sommer 2018, doch aus der Kulturverwaltung wurde unmissverständliche Zustimmung zu dem Großprojekt signalisiert.

In der kommenden Spielzeit wird Runnicles Leos Janáceks „Die Sache Makropulos“ zur Premiere bringen (Regie: David Hermann) sowie Mozarts „Entführung aus dem Serail“ (szenisch betreut von Rodrigo Garcia). Insgesamt steht der Chef an über 40 Abenden im Graben, weil er sich intensiv auch um die Pflege des Repertoires kümmert.

Deutsche Oper zeigt die politische Dimension des Musiktheaters

Die politische Dimension des Musiktheaters will die Deutsche Oper 2015/16 zeigen: Um die Begegnung mit dem Fremden, gepaart mit kolonialistischen Herrschaftsansprüchen, geht es in Giacomo Meyerbeers „Vasco da Gama“ (früher unter dem Titel „L’ Africaine“ bekannt). Mit dieser Grand Opéra wird ein ganzer Meyerbeer-Zyklus gestartet, es inszeniert Vera Nemirova, die musikalische Leitung hat Enrique Mazzola.

Machtkämpfe und Unterdrückung prägen auch die Handlung von Verdis „Aida“, die Benedikt von Peter deuten und der 28-jährige Italiener Andrea Battistoni dirigieren wird. Für eine neue „Salome“ sorgen Claus Guth (Regie) und Alain Altinoglu (Dirigat). Als Koproduktion mit der Londoner Covent Garden Opera wird die Uraufführung von Georg Friedrich Haas’ „Morgen und Abend“ nach einer Vorlage von Jon Fosse realisiert. Klaus Maria Brandauer wird dabei eine Sprechrolle übernehmen. Mit weiblichen Stars prunken drei konzertante Aufführungen: Edita Gruberova wird „Norma“ sein, Elina Garanca „La Favorite“ und Joyce Di Donato der Romeo in Bellinis „Calupleti e Montecchi“.

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