Deutsche Oper : Spieländerung aus Angst vor Anschlägen

Die Deutsche Oper Berlin hat aus Angst vor islamistischen Protesten und Anschlägen die Oper "Idomeneo" von Wolfgang Amadeus Mozart im November vom Spielplan genommen.

Berlin - Es habe bei den Sicherheitsbehörden durchaus ernst zu nehmende Hinweise gegeben, dass Teile der Inszenierung, die sich neben den anderen großen Weltreligionen auch mit dem Islam auseinander setzen, derzeit ein "unkalkulierbares Sicherheitsrisiko" für das Haus darstellen, teilte ein Sprecher der Oper mit.

Nach Angaben eines Polizeisprechers ergab eine Gefährdungsanalyse, dass bei Aufführungen mit Szenen dieser Art, "Störungen nicht auszuschließen" sind. Konkrete Hinweise auf drohende Gefahren lägen jedoch nicht vor, fügte der Sprecher hinzu. Der Oper sei auch nicht empfohlen worden, das Stück vom Spielplan zu nehmen.

Programm geändert

Um eine Gefährdung von Publikum und Mitarbeitern auszuschließen, hat sich die Intendanz entschlossen, von der Wiederaufnahme des "Idomeneo" im November abzusehen, wie der Sprecher erläuterte. Statt dessen würden Mozarts "Le Nozze di Figaro" und Verdis "La Traviata" gegeben.

In Mozarts "Idomeneo" wird die Geschichte vom gleichnamigen kretischen König erzählt, der in der Antike nach seiner Heimkehr vom trojanischen Krieg gezwungen ist, seinen eigenen Sohn zu opfern. In der Inszenierung von Hans Neuenfels feierte das Stück im Jahr 2003 an der Deutschen Oper Berlin Premiere. Zuletzt gespielt wurde es am 12. Mai 2004. Gegen die Inszenierung hatte es nach den Worten des Sprechers immer wieder Proteste aus verschiedenen religiösen Richtungen gegeben. (tso/ddp)

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