Deutscher Filmpreis : Die Spannung steigt

Gleich drei Favoriten gehen ins Rennen um den Deutschen Filmpreis, die goldene Lola. Je acht Mal sind Tom Tykwers Roman-Verfilmung "Das Parfum" und der Gefängnisfilm "Vier Minuten" von Chris Kraus nominiert. Der Preis wird heute Abend in Berlin vergeben.

Berlin - Mit sieben Nominierungen geht Stefan Ruzowitzkys Berlinale-Beitrag "Die Fälscher" über Häftlinge des Konzentrationslagers Sachsenhausen ins Rennen. In der Kategorie "bester Spielfilm" sind außerdem der Heimatfilm "Wer früher stirbt ist länger tot" von Marcus H. Rosenmüller, die Tragikomödie "Emmas Glück" von Sven Taddicken und das Drama "Winterreise" von Hans Steinbichler in der Endrunde.

Unterdessen forderten einige Regisseure eine Änderung der Vergabepraxis für den Filmpreis. Bereits zum dritten Mal wählten die 900 Mitglieder der Deutschen Filmakademie die Preisträger aus. Das Preisgeld kommt weiter von Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU). Der Dokumentarfilmer Andres Veiel ("Black Box BRD") sprach sich im Deutschlandradio Kultur dafür aus, dass die Fördergelder in Höhe von knapp drei Millionen Euro von den Preisen losgelöst und unabhängig über eine Kommission vergeben werden.

Damit könnten Filme gefördert werden, die "kulturell wichtige Leistungen vollbracht haben", sagte Veiel. Kommerziell erfolgreiche Filme sollten seiner Ansicht nach nicht auch noch einen Preis der Filmförderung bekommen. Nach drei Jahren ihres Bestehens zeige sich nämlich, dass mutige und radikale Filme keine ausreichende Beachtung bei der Filmakademie fänden. Regisseur Hans Weingartner ("Die fetten Jahre sind vorbei") hatte von einem "Massenabstimmungsverfahren" der 900 Mitglieder der Deutschen Filmakademie gesprochen, "das es radikalen, künstlerisch innovativen Filmen extrem schwer macht".

Ehren-Lola für Mueller-Stahl

Ein Preisträger stand schon fest: Die Ehren-Lola für ein Lebenswerk geht an Schauspieler Armin Mueller-Stahl. Der 76-Jährige ("Shine", "Die Manns") wird als "sensibler Menschendarsteller" für seine herausragenden Verdienste um den deutschen Film ausgezeichnet.

Mehr als 2000 Gäste aus der Filmbranche werden zu der von Komiker Michael "Bully" moderierten Gala im Palais am Funkturm erwartet. Über den 80 Meter langen roten Teppich sollen unter anderem die Schauspieler Til Schweiger, Katja Riemann, Christine Neubauer, Sibel Kekilli, Heike Makatsch und Ulrich Matthes gehen. Auf der Gästeliste stehen außerdem die Regisseure Volker Schlöndorff, Sönke Wortmann und Oskar Roehler. Die begehrte Lola-Trophäe sollte in 15 Kategorien verliehen werden. Das ZDF überträgt die Preisverleihung zeitversetzt ab 21:15 Uhr. (tso/dpa)

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