Deutscher Theaterpreis : Dirigent Michael Gielen für Lebenswerk ausgezeichnet

Der in Österreich lebende Dirigent Michael Gielen wird für sein Lebenswerk mit dem Deutschen Theaterpreis "Der Faust" geehrt. Ein Sonderpreis geht an das "Rimini Protokoll".

Michael Gielen
Michael Gielen auf der Supportveranstaltung "Hochkultur trifft Subkultur" im Tacheles im Jahr 2000. -Foto: ddp

MünchenDer in Österreich lebende Dirigent Michael Gielen wird für sein Lebenswerk mit dem Deutschen Theaterpreis "Der Faust" geehrt. Nur wenige Dirigenten hätten sich so konsequent und kompetent für die neue Musik und das neue Musiktheater eingesetzt, begründete der Deutsche Bühnenverein heute in München, wo der Preis am 23. November bei einer Gala überreicht wird. Für acht weitere Theaterpreise wurden insgesamt 24 Regisseure, Sänger, Schauspieler, Choreographen und Ausstatter nominiert. Die Mitglieder der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste wählen in den kommenden Wochen die Preisträger aus.

Es sei enorm wichtig, dass der Preis nicht nur in die Metropolen gehe, sondern die ganze Breite der deutschen Theaterlandschaft würdige, sagte der Präsident des Deutschen Bühnenvereins und der Bayerischen Theaterakademie, Prof. Klaus Zehelein. Dabei sei bereits die Nominierung eine Ehre.

Sonderpreis für das "Rimini Protokoll"

Zu den Nominierten zählen unter anderem die Regisseurin Karin Henkel für "Liliom" am Schauspiel Stuttgart, die Schauspielerin Brigitte Hobmeier für ihre Rolle in "Glaube Liebe Hoffnung" an den Münchner Kammerspielen und der Sänger Matthias Rexroth für seine Titelpartie in "Admeto" am Opernhaus Halle. Das Stuttgarter Ballett kann sich Hoffnungen auf Preise in den Kategorien Beste Choreographie und Beste darstellerische Leistung Tanz machen. Ins Rennen um die Beste Regie Musiktheater geht unter anderem Dietrich Hilsdorf für "Die Liebe zu den drei Orangen" am Städtischen Theater Chemnitz.

Einen Sonderpreis bekommt das "Rimini Protokoll". Die drei Künstler Helgard Haug, Stefan Kaegi und Daniel Wetzel lassen in ihren Stücken nichtprofessionelle Darsteller als "Experten des Alltags" zu Wort kommen. Mit dem Preis solle ihre besondere Theaterform gewürdigt werden, teilte der Bühnenverein mit.

Der Preis sei von Theaterschaffenden für andere Theaterleute, sagte Zehelein. Für "Der Faust" schlagen Theater die Inszenierungen oder Künstler anderer Häuser vor. Im kommenden Jahr soll er in Baden- Württemberg verliehen werden. (mit dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben