Kultur : Deutsches Theater Berlin spielt ganz vorne mit

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Kein klarer Sieger: Gleich vier Schauspielhäuser dürfen sich mit dem Titel „Theater des Jahres“ schmücken: das Deutsche Theater Berlin, die Münchner Kammerspiele, das Deutsche Schauspielhaus Hamburg und, eine kleine Sensation, die Neue Bühne Senftenberg in Brandenburg. Derart verteilte Stimmen gab es noch nie in der KritikerUmfrage von „Theater heute“. Die Voten der 39 Kritiker aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, veröffentlicht im soeben erschienenen Jahrbuch der Zeitschrift, spiegeln die Gipfelregion der deutschsprachigen Szene nur noch als Hochplateau.

Unumstrittene Glanzpunkte setzen dagegen die Schauspieler des Jahres: An die Spitze wurden Ulrich Matthes als George in Edward Albees „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ (Deutsches Theater Berlin) und Wiebke Puls als Kriemhild in Hebbels „Nibelungen“ (Münchner Kammerspiele) gewählt. Puls liegt knapp vor Corinna Harfouch, der Partnerin von Ulrich Matthes in „Virginia Woolf“. Zwei Sieger gibt es bei den Aufführungen des Jahres: Dimiter Gotscheffs Inszenierung von Tschechows „Iwanow“ an der Berliner Volksbühne und Shakespeares „Othello“ in der Hamburger Kurzversion von Stefan Pucher. Zum Stück des Jahres wurde „Der Bus“ des 34-jährigen Schweizer Dramatikers Lukas Bärfuss gewählt, bestes ausländisches Stück ist der „New Electric Ballroom“ des Iren Enda Walsh.

Als Nachwuchsregisseurin punktet Friederike Heller mit ihrer Aufführung von Peter Handkes „Untertagblues“ am Wiener Akademietheater; als „Ärgernis des Jahres“ gilt Bundespräsident Horst Köhlers zum Schiller-Jubiläum vorgetragene Schelte von Klassiker-Interpretationen im heutigen Regietheater. Tsp

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