Deutschland-Comeback : Depeche Mode wieder on Tour

Die britische Popband Depeche Mode hat mit einem von mehr als 10.000 Fans begleiteten Konzert in Dresden ihre Deutschland-Tour eröffnet.

Dresden - Der Auftritt der britischen Popband Depeche Mode war heiß ersehnt. Schon im Vorfeld hagelte es Superlative. 250.000 Tickets für die deutschen Hallenkonzerte waren binnen kurzer Zeit vergriffen. Knapp fünf Jahre hatten sich David Gahan, Martin Gore und Andrew Fletcher dem Tourneestress entzogen. Nun ist Depeche Mode «on the road again». Zum Auftakt der Europa-Tour jubelten am Freitagabend in Dresden mehr als 10.000 Fans in der Dresdner Messe ihren Idolen lautstark zu. Die Briten dankten es mit bester Spiellaune und zwei Stunden Musik.

«So viel Spaß, wie es mir heute macht, bei Depeche Mode zu spielen, hatte ich davor 15 Jahre nicht mehr», ließ Sänger David Gahan vorab verlauten. Von solchen Vorzeichen wollten auch Betrüger profitieren und setzten 2000 gefälschte Eintrittskarten in Umlauf. Beim Einlass in Dresden wurde deshalb gleich zwei Mal kontrolliert. Kurz nach 21.00 Uhr trat die Band - verstärkt von einem Schlagzeuger und einer Keyboardspielerin - auf die Bühne. Mit «A Pain That I'm Used To» - dem ersten Song des aktuellen Albums «Playing the Angel» - ging es gleich munter zur Sache.

Nach dem rockigen «John The Revelator» griffen Gahan, Gore und Fletcher zum ersten Mal in die Kiste mit den großen Hits. Bei «A Question Of Time» und «Policy Of Truth» kochte die Stimmung hoch. Ein kleines Lächeln von Gahan reichte fortan aus, auch die jungen Frauen in den hinteren Reihen aus der Fassung zu bringen. Dank Videotechnik waren Details auf der Bühne noch in gut 100 Meter Entfernung zu erkennen. Lichtregie und Videoclips fügten sich stimmig in die Performance ein. Musik blieb zu jedem Zeitpunkt die Hauptsache. Mehr und mehr gerieten die Protagonisten in Fahrt.

Gore, mit kleinen Engelsflügeln am schwarzen Shirt, hetzte nun des öfteren über die Bühne. Gahan wagte den einen und anderen Tanz mit dem Mikrofonständer. Nach dem weißen Hemd verzichtete er später auch auf die schwarze Weste und zeigte auf schweißnassem Körper ein paar Tatoos. Fletcher blieb derweil im Hintergrund am Keyboard ganz Gentleman. Die Bühnendekoration, eine Art Schaltzentrale, lieferte Botschaften mit Nahaufnahmen und elektronischen Spruchbändern, auf denen Titel und Schlagworte wie «Love» und «Pain» (Schmerz) aufleuchteten - die Themen vieler Depeche Mode-Songs.

Beim Finale setzte die Band auf Textsicherheit und Musikalität des Publikums und ließ ganze Passagen von Hits wie «Personal Jesus» und «Enjoy The Silence» aus tausenden Kehlen mitsingen. Nach 90 Minuten legen sie noch ein paar Nummern drauf, darunter den Klassiker «Just Can't Get Enough». Der Jubel wollte kein Ende nehmen. Winken vor und auf der Bühne, viele Dankeschöns von David Gahan - am Ende schienen alle seelig. «Wir sind glücklich, wieder in Europa zu sein. Wir sind wie elektrisiert», sagten die Musiker im Anschluss. In den nächsten Tagen kann die Fangemeinde in Hamburg (15. und 16.1.), Berlin (18.1.) und Düsseldorf (20. und 21.1.) an der Euphorie teilhaben.

Depeche Mode - mit 50 Millionen verkauften Alben eine der erfolgreichsten Bands der Popgeschichte - hatte zum 25-jährigen Bestehen im Oktober 2005 in New York parallel zum neuen Album die «Playing The Angel»-Tour gestartet. Nach 26 Auftritten in Nordamerika sind nun bis August knapp 70 Konzerte in Europa geplant. Nach den Hallen sollen im Sommer die Stadien gefüllt werden. (tso/dpa)

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