Diana Ross : Stop! Im Namen der Liebe: Diana Ross zum 70.

Die große Soul- und Discodiva Diana Ross wird 70 Jahre alt. Mit den Supremes hatte sie in den Sechzigern unzählige Hits. In den Siebzigern startete sie ihre Solokarriere.

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Glänzender Sopran. Diana Ross.
Glänzender Sopran. Diana Ross.Foto: picture-alliance/ dpa

Es war ein Debakel. Niemand mochte den Song. Besonders vernichtend fiel das Urteil von Motown-Boss Berry Gordy aus: „,Upside Down‘ ist keine Diana Ross- Platte, genau so wenig wie der Rest des Albums.“ Geschrieben, eingespielt und produziert hatten es Nile Rodgers und Bernard Edwards von Chic – mit extra viel Herzblut für die große Diva, die sich mit Hilfe der Discofunk-Magier noch einmal neu erfinden wollte. Und jetzt fragte sie die beiden: „Warum versucht ihr, meine Karriere zu ruinieren?“.

Nile Rodgers beschreibt die Entstehung von Diana Ross’ Album „Diana“ in seiner Autobiografie „Le Freak“ als Traumprojekt, das sich zum Trauma entwickelte. Er und Edwards wurden gefeuert, Motown brachte die Platte schließlich in einem für Rodgers Ohren grauenvollen Mix heraus. Doch das konnte diesem Glanzstück nichts anhaben: „Diana“ wurde das erfolgreichste Album der Sängerin überhaupt, bis heute hat es sich über 10 Millionen Mal verkauft. „Upside Down“ wurde ein Hit genau wie „I’m Coming Out“. Und den erhofften Kick für ihre bereits seit den Sechzigern laufende Karriere gab ihr die 1980 veröffentlichte Platte ebenfalls.

Diana Ross 70
Die Supremes waren in den Sechzigern das Aushängeschild der Plattenfirma Motown aus Detroit. Leadsängerin Diana Ross (Mitte) besuchte mit ihren Kolleginnen Florence Ballard und Mary Wilson 1965 London.Weitere Bilder anzeigen
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25.03.2014 16:37Die Supremes waren in den Sechzigern das Aushängeschild der Plattenfirma Motown aus Detroit. Leadsängerin Diana Ross (Mitte)...

Angefangen hat alles in ihrer Geburtsstadt Detroit. Diana Ross geht noch zur Schule, als sie mit drei Freundinnen die Primettes gründet, die 1961 von Motown unter Vertrag genommen werden und ihren Namen in Supremes ändern. Als Barbara Martin aussteigt, machen sie als Trio weiter. Zunächst produzieren sie eine ganze Reihe von Flops, doch ihr Label bleibt geduldig. Diana Ross und Florence Ballard teilen sich den Lead-Gesang, bis Ross’ unwiderstehlicher Sopran 1963 ganz die Führung übernimmt. Im darauffolgenden Jahr beginnt mit „Where Did Our Love Go“ die unglaubliche Erfolgsserie des Trios mit Liedern, die das Songwriter- Team Holland-Dozier-Holland für sie schreibt. Darunter „Baby Love“ und „Stop! In the Name of Love“ – heute Klassiker, die jede Tanzfläche füllen.

Die Supremes werden zum Aushängeschild von Motown, verkörpert die Gruppe mit ihrem hohen Pop-Appeal doch perfekt Berry Gordys Crossover-Anspruch, schwarze und weiße Hörer gleichermaßen anzusprechen. Der Labelchef, der eine Affäre mit Ross hat, rückt die Leadsängerin sowohl bei Motown als auch bei den Supremes immer weiter in den Vordergrund. Als Florence Ballard die Gruppe 1967 verlässt und Cindy Birdsong ihren Platz einnimmt, wird das Trio in Diana Ross & The Supremes umbenannt. Die sich abzeichnende Solokarriere der Diva beginnt 1970 mit einem selbstbetitelten Album, das in „Ain’t No Mountain High Enough“ auch gleich einen Nummer-Eins-Hit enthält.

In der Rolle der Billie Holiday startet Diana Ross 1972 mit „Lady Sings the Blues“ ihre Filmkarriere und wird gleich für einen Oscar nominiert. Spätere Auftritte in Werken wie „Mahagony“ oder „The Wiz“ lösen weit weniger Begeisterung aus. Dafür hat sie Erfolg mit Soundtrack-Songs, etwa dem mit Lionel Richie aufgenommen Schmachtfetzen „Endless Love“. 1984 schreibt ihr Michael Jackson, zu dem sie seit Jackson 5-Tagen ein inniges Verhältnis hat, den Hit „Muscles“.

In der zweiten Hälfte der Achtziger verschwinden ihre Platten langsam aus den Charts und es wird stiller um die „Entertainerin des Jahrhunderts“ (Billboard Magazin). Gelegentlich tritt die elegante Diva, die unzählige Sängerinnen von Whitney Houston bis Beyoncé beeinflusst hat, noch auf. Ihr erster Song ist natürlich jedes Mal „I’m Coming Out“ vom 1980er- Album „Diana“.

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