Kultur : Die Brache und ihre Bebauer

ARCHITEKTUR

Jürgen Tietz

Der Advent ist die Zeit froher Erwartung – auch für Architekten. Doch noch mehr als Lichterglanz und Tannennadelduft dürfte in den Herzen der Baumeister dieser Stadt die Sehnsucht nach neuen Aufträgen glimmen, um dem Jammertal der Berliner Bauwirtschaft entfliehen zu können. Wie gut, dass es die Galerie suitcasearchitecture gibt. Wie ein Licht im dunklen Fenster verbreitet sie mit ihrem Weihnachtswettbewerb neue Hoffnung. Unter dem Titel „Zwischenraum Zeit“ veranstaltet sie einen Ideenwettbewerb für den Schlossplatz, einen Ort, so trostlos wie ein grauer Wintertag. Und da sich selbst in Berlin Fantasie und Architektur nicht komplett ausschließen, lädt suitcase dazu ein, sich den Schlossplatz als einen linden Frühlingstag zu erträumen – architektonisch gesehen, versteht sich.

Architekten, Stadtplaner, Künstler und Designer sind aufgerufen, ihre Ideen in ein Modell im Maßstab 1:1000 zu gießen (Teilnahmebedingungen unter www.suitcasearchitecture.com ). Keine leichte Aufgabe, ist der Schlossplatz in seiner geschichtsträchtigen Unwirtlichkeit doch längst ein höchst berlinischer Ort geworden, der als Projektionsfläche unerfüllter Sehnsüchte dient. Doch nicht das Endgültige, Erdenschwere will der Wettbewerb aus den Teilnehmern hervorkitzeln. Vielmehr soll der Platz mit einfachen Mitteln in einen „Raum dazwischen“ verwandelt werden. Ein Ort „der begeistert, mitreißt, erfreut, erleuchtet, der Berlin um eine Attraktion reicher macht“ – so die Ausschreibung. Die Ergebnisse können dann ab 19. Januar in der Galerie in der Choriner Straße 56 besichtigt werden.

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