Kultur : Die Eilmeldung, zu spät

JAN SCHULZ-OJALA

Um 14.02 Uhr war das Wichtigste bekannt: die Berlinale-SiegerVON JAN SCHULZ-OJALAJournalisten, die Pressekonferenzen besuchen, sehen manchmal ziemlich dumm aus.Sogar Presseagenturen, die von besonders wichtigen Pressekonferenzen die berühmten, mit fünf Telefonen gekennzeichneten Eilmeldungen in die Redaktionen senden.Der dpa-Reporter, der um 14.20 die Goldene-Bären-Meldung abschickte, war diesmal der ganz besonders Dumme: Schneller ging es zwar wirklich nicht, schließlich hatte Jury-Präsident Jack Lang die Nachricht der anwesenden Filmweltpresse erst wenige Minuten zuvor im Hotel Interconti verkündet.Doch sie alle hätten, ein eingeschaltetes Funktelefon und einen Anruf aus ihrer Redaktion vorausgesetzt, Jack Lang alle wichtigen Preise im Saal laut vorsagen können.Um 14 Uhr hatte die Pressekonferenz begonnen, und exakt zwei Minuten später wußte es über Ticker - die Nachrichtenagentur AFP berief sich auf die Mittagsausgabe von "Le Monde" - die ganze Welt.Nur eben nicht die im Interconti erschienenen rund 300 Journalisten. Mit einem handfesten Skandal, einer Indiskretion aus der Jury, ging gestern die 47.Berlinale zu Ende, ein Filmfestival, das auch sonst seinem A-Klassen-Status diesmal wenig Ehre machte.Immerhin die Juryentscheidungen selbst wurden, von vereinzelten Buhs abgesehen, im großen und ganzen akzeptiert.Und gern wurde im Saal vermerkt, daß Jack Lang die Prozedur in absolut fehlerfreiem Deutsch absolvierte, nachdem Moritz de Hadeln als Konferenzsprache Englisch mit der Begründung angekündigt hatte, Englisch sei eben "der Sprach von die meisten". Wohl vor allem von denen, die auf

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