Kultur : Die europäische Stadt bauen

Architektur ist eine Sozialkunst.Sie befaßt sich mit Lebensqualität.Im günstigsten Fall besitzt der Architekt die Gabe, Funktion und Räumlichkeit zu transzendieren und jenseits oberflächlicher Stilmerkmale menschliche Anliegen poetisch durch Raum und Materialien auszudrücken.

Wenn wir neue, bedeutungsvolle Orte in unseren Städten schaffen wollen, benötigen wir nicht nur ein Gespür für unsere gemeinsamen sozialen und kulturellen Anliegen, sondern auch ein Gefühl für die Traditionen, aus denen die Gesellschaft, in der wir arbeiten, sich ableitet.Unsere Städte befinden sich in einem konstanten Prozeß der Evolution.Wir alle sind Teil sich verändernder urbaner Muster, die uns in unserer Arbeit, Freizeit, Kommunikation und Reise beeinflussen.Ich meine, es ist die Verantwortung der Architekten, sich um die vernachlässigten und heruntergekommenen Teile unserer Städte zu kümmern.Wir müssen einen Weg finden, diese Stadtteile zu erreichen, sie zu beleben und dem urbanen Geflecht neue Impulse zu geben.

Es gibt meines Erachtens viele Wege, wie wir dies erreichen können.Der große amerikanische Architekt Louis Kahn hat einmal gesagt, die Stadt solle "ein Ort sein, wo ein kleines Kind durch die Straßen läuft und sich vorstellt, was es eines Tages sein möchte".Das ist für mich die Stadt, nach der wir streben sollten.Stellen Sie sich eine Stadt vor, in der Schulen, Bibliotheken, Krankenhäuser, Arbeitsstätten, Freizeit- und Kultureinrichtungen in der Lage sind, dem menschlichen Bedürfnis nach Selbstverwirklichung auf höchstem Niveau Ausdruck zu verleihen.

Doch damit dies geschehen kann, müssen wir "Nutzbarkeit" erzeugen.Unsere Institutionen müssen leicht erreichbar sein.Wir wissen, daß Städte Treffpunkte sind, die wir für all das schätzen, was sie uns bieten.In dem Maße, in dem Institutionen sich von der Öffentlichkeit entfernen, in dem Maße, in dem sie Menschen abweisen und selbst unerreichbar werden, in dem Maß stirbt das Konzept der res publica.

Unsere Treffpunkte müssen Gespür für jene Inspiration zeigen, die das Herzstück von Urbanität ausmacht.Ein institutioneller Raum muß nicht nur menschliches Handeln unterbringen, sondern aktiv zur Gestaltung menschlichen Handelns beitragen und so helfen, diese Handlung in etwas umzuwandeln, das wir als bedeutend und lohnend erkennen können.Dies sind die Zwillingsvoraussetzungen städtischen Lebens: Erreichbarkeit kombiniert mit dem Streben, unseren Idealen eine Form zu geben; das heißt, Nutzbarkeit zu erzeugen.Es ist die Aufgabe der Architekten, das Wachstum solcher Werte zu fördern.

Das Wachstum unserer Städte liegt in der Verantwortung vieler Gruppen, nicht nur der unserer Verwaltung und Regierung, sondern auch der Wirtschaft, der Bauunternehmer und Architekten sowie der Künstler.Um erfolgreich zu sein, müssen öffentliche und private Anliegen ein Ganzes ergeben.Architektur ist die Sprache, die unseren Zielen Ausdruck verleihen kann.

Vieles von dem, was wir heute in Europa sehen, ist eine Architektur der Infrastruktur.Eine Reihe neuer Flughäfen und Bahnhöfe ist entstanden, um den jüngst vereinten Kontinent zu verbinden.Wenn wir über die rein funktionalen Aspekte des Verkehrs hinausgehen, vermitteln diese neuen Einrichtungen dem Benutzer eine fundamentale Botschaft: Die Welt wird wirklich kleiner, es wird einfacher, weite Strecken zu reisen, um Geschäfte zu machen, große Museen, Freunde oder Familie zu besuchen.Gut gestaltete Verkehrszentren, die es ermöglichen zu reisen, ohne in endlosen Schlangen oder Verkehrsstaus zu warten, erleichtern das Fortkommen.Der Erfolg des Kanaltunnels etwa basiert nicht nur auf dem Tunnel oder der Technologie neuer Hochgeschwindigkeitszüge, sondern fundamental auf der Gestaltung neuer Bahnhöfe mit der notwendigen Leichtigkeit ihrer Funktion.Sie müssen nicht nur das Bild der Zugänglichkeit verkörpern, sie müssen auch leicht zugänglich sein.

Architektur ist eine öffentliche Kunst, aber es sind nicht nur die bekannten Verwaltungs- und Regierungsgebäude, die uns zu Leistungen inspirieren; alle Architektur kann uns helfen, diese Ziele zu erreichen.Ich war in den vergangenen 15 Jahren in der glücklichen Lage, an einer Reihe unterschiedlicher Gebäudetypen in zahlreichen europäischen Städten zu arbeiten, die ich im Folgenden vorstellen möchte.

Stadthaus Ulm

Das Projekt haben wir 1986 in einer Ausschreibung gewonnen, und das Stadthaus wurde 1993 vor fünf Jahren eröffnet.Wie viele von Ihnen wissen, steht in Ulm die höchste gotische Kathedrale Deutschlands.Die Stadt wurde während des Zweiten Weltkriegs stark zerstört, doch die Kathedrale überlebte relativ unbeschädigt.Die Geschichte von Ausschreibungen, um eine Lösung für einen adäquaten öffentlichen Platz zu finden, der die beeindruckende Kathedrale ergänzt, zieht sich über hundert Jahre hin.

Wir wurden gebeten, eine neue Gestaltung für den Münsterplatz zu entwickeln, der größtenteils zu einem Parkplatz verkommen war.Das Programm für ein neues Stadthaus forderte eine Einrichtung mit unterschiedlicher Nutzung und sollte die Räume für Wanderausstellungen unterbringen, einen vielfach nutzbaren Vortragsraum für öffentliche Ratssitzungen, Vorlesungen und Konzerte, sowie ein Fremdenverkehrsamt, eine Ticketzentrale und ein Restaurant-Café.

Wir haben ein Gebäude erschaffen, das sich in das Gefüge der Stadt integriert.Die kurvigen Formen leiten Fußgänger auf den Platz, und die Architektur ergänzt die Kathedrale, doch versucht sie nicht, sie mit historisierendem Pastiche nachzuahmen.Wie Sie sehen, hat das Gebäude eine Transparenz, die es der Kathedrale und der Umgebung erlaubt, wirklich Teil des inneren Raums zu werden.Ständig werden eingerahmte Aussichten von vielen Punkten innerhalb des Stadthauses geboten.

Ein Aspekt des Gebäudes, der wesentlich zu seinem Erfolg beigetragen hat, ist das Restaurant-Café, das bis spät abends geöffnet ist.Das hat dazu geführt, daß auch nach Ladenschluß eine Gegend belebt wurde, die zuvor nach Ende des Arbeitstages verlassen war.Man findet heute Menschen, die sich auf dem Platz versammeln und den Raum bis spät in den Abend genießen.Es ist ein belebter und pulsierender Platz.

Sie können sich vorstellen, daß der Weg zur Erstellung dieses Gebäudes nicht leicht war; es gab eine starke Oppositionsbewegung in Ulm gegen eine Änderung des Münsterplatzes.Wenn auch kaum mehr als ein Parkplatz, so gab es doch viele, die aus einem falsch verstandenem Traditionsgefühl heraus meinten, der Platz solle nicht verändert werden.Es gab zu dem Thema eine Reihe von Volksbefragungen, und wenngleich die Debatte hart an die Nerven ging, so glaube ich, war es letztendlich doch ein positiver Dialog.Die Debatte erlaubte den Menschen, sich verbunden zu fühlen und ihren Ansichten über öffentliche Plätze Ausdruck zu verleihen.Ich war vor zwei Tagen in Ulm und feierte den 5.Geburtstag des Stadthauses; es war äußerst befriedigend, als eine Reihe von Menschen auf mich zukam und mir berichtete, wie sehr sie das Gebäude schätzen, auch wenn sie anfangs gegen jede Veränderung gewesen seien.Das Gebäude und der neue Münsterplatz sind für die Bürger zu Identifikationspunkten geworden.

Weishaupt Forum, Schwendi

Dieses zweite Projekt ist ein ganz anderes Beispiel für die Rolle, die Architektur spielen kann, um das Leben zu bereichern.Es geht um ein Unternehmen, das Brenner und Heizungselemente herstellt und das nur ein paar Kilometer außerhalb von Ulm auf dem schwäbischen Land liegt.Der Unternehmer besitzt eine bedeutende Sammlung mit Werken zeitgenössischer Kunst, die er in einem für Mitarbeiter und Besucher zugänglichen Raum zeigen wollte.Das Gebäude teilt sich in zwei Abschnitte: ein Galerietrakt mit einem kleinen Vortragssaal, der über einen Hof mit der Kantine verbunden ist, und ein Ausbildungszentrum.Den Galerietrakt umfassen große Glasflächen, die es ermöglichen, die Sammlung auch nur beiläufig zu betrachten, wenn man sich vom Parkplatz zu Fuß oder mit dem Rad zur Fabrik bewegt.Der halbkreisförmige, doppelt so hohe Kantinentrakt orientiert sich über eine Grünfläche hinweg zu dem Galerietrakt.Die Kantine selbst ist ein großartiger Raum mit erhabener Decke, die wohl zu den spektakulärsten Mitarbeiterkantinen schlechthin gehört.Die Verpflichtung zum Bestmöglichen, die der Unternehmer Siegfried Weishaupt bewiesen hat, indem er dieses Gebäude in Auftrag gab, hat sämtliche Mitarbeiter beeinflußt und führte zu größerer Produktivität und einer höheren Zufriedenheit bei der Belegschaft.

Museum für Zeitgenössische Kunst, Barcelona

In Barcelona hatte ich das Glück, mit einem weiteren höchst aufgeklärten Kunden arbeiten zu können, dem vormaligen Bürgermeister Pasqual Maragall.Bürgermeister Maragall war derjenige, der die Olympischen Sommerspiele von 1992 nach Barcelona holte und eine Reihe von Architekten und Künstler damit beauftragte, zahlreiche öffentliche Gebäude und Parks zu entwerfen.Wir erhielten den Auftrag für ein neues Museum für Zeitgenössische Kunst; gemeinsam mit dem Bürgermeister konnte ich den Bauplatz für ein Gebäude auswählen, von dem ich meinte, es solle sich nicht für ein Museum eignen, sondern dem Museum auch ermöglichen, die Umgebung positiv zu beeinflussen und damit einer größeren Zahl von Menschen zu nutzen.Das Modell, einen zuvor kaum genutzten Stadtbereich für kulturelle Entwicklung herauszugreifen, hatte sich mit der Ansiedlung des Beaubourg im Maris-Viertel von Paris als außerordentlich erfolgreich erwiesen.Barcelona ist eine fußläufige Stadt, und jene Stadtteile, wo die Dichte den Fußgängerstrom nicht fördert, tendieren dazu, ignoriert und häufig aus dem Stadtgeflecht herausgelöst zu werden.Mit dem Museumsentwurf verbanden wir einen neuen großen Platz, die Plaça des Angeles, vor dem Gebäude.Diese Plaza hat dem Viertel neues Leben gegeben und bietet den notwendigen Raum als Spielplatz für Kinder, zum Plausch mit Freunden oder Nachbarn für Erwachsene oder einfach zum Sitzen und Lesen.

Eine Reihe von Rampen ermöglicht innerhalb des Gebäudes, zwischen den Ausstellungsräumen hin- und herzuschlendern und bietet Aussichten auf den Platz und die umliegenden Gebäude.Die Galerien im Erdgeschoß können von der Straße aus ebenso eingesehen werden wie der Buchladen und das Restaurant.Das Stadtviertel wurde innerhalb der vergangenen drei Jahre, seit das Gebäude eingeweiht wurde, mit einer Reihe von neuen Galerien und Restaurants zu neuem Leben erweckt, um den zunehmenden Strom von Fußgängern bedienen zu können.

Das Rathaus von Den Haag

Das neue Rathaus und die Hauptbücherei von Den Haag artikuliert viele demokratische Prinzipien der holländischen Regierung.Das Gebäude vereint die wichtigsten Bereiche der Stadtverwaltung und verbindet sie mit der beliebten Stadtbücherei, Geschäften und Gaststätten.Das Gebäude ist um ein elfstöckiges Atrium angelegt, dem größten überdachten Raum in Europa.In Quadratmetern gemessen käme es einer Überdachung des San Marco Platzes in Venedig gleich.Doch anders als in Italien mit seinem eher milden Klima ist das Wetter in Holland oft recht grau und regnerisch.Das Atrium, Bürgerhalle genannt, ist ein öffentlicher Raum, der 365 Tage im Jahr genutzt werden kann.Im Erdgeschoß befinden sich Fensterschalter, wo man viele Dinge erledigen kann, vom Hochzeitsaufgebot bis zur Steuererklärung.Die Büros der darüberliegenden Etage überblicken das Atrium und können von den Besuchern eingesehen werden; so wird ein Gespür für die alltägliche Arbeit der Stadtverwaltung erzeugt.Im ursprünglichen Anforderungskatalog war keine Rede von einem Ratssaal.Anfänglich herrschte die Sorge, im Budget sei nicht genug Geld vorgesehen, um einen neuen Ratssaal zu bauen, zumal der alte am anderen Ende der Stadt noch voll funktionsfähig war.Ich war davon überzeugt, daß ein neues, alle Bereiche umfassendes Rathaus aus symbolischen wie praktischen Gründen einen Ratssaal haben müsse, der der Öffentlichkeit zugänglich ist.Ich war mir bewußt, daß es in meiner Verantwortung als Architekt lag, meinem Kunden zu zeigen, daß es möglich wäre, einen Ratssaal in den Entwurf einzubringen, ohne das Budget zu überziehen oder Abstriche an der Gesamtqualität des Projekts zu machen.Mit Stolz kann ich sagen, daß dies ein Aspekt ist, der das Gebäude zu einem so großen Erfolg werden ließ.Es gibt einen Tribünenraum, von dem aus die Besucher die Diskussionen und Debatten der Mitglieder des Rats beobachten können, der jedermann offen steht.

Kirche für das Jahr 2000, Rom

Der Entwurf für die Kirche wurde vom Vatikan aus Anlaß der 2000-Jahrfeier in Auftrag gegeben als Beleg dafür, daß Architektur Ortsverbundenheit und Besitzerstolz der einzelnen Bürger fördern kann.Das Areal für die Kirche befindet sich in einer eher desolaten Gegend am Rande der Stadt mit Hochhäusern aus den 60er und 70er Jahren dieses Jahrhunderts.Es ist ein Arbeiterviertel, das bisher kaum etwas Ästhetisches zu bieten hatte.Unser Entwurf bietet eine gebaute Skulptur aus drei konzentrischen Schalen, die das Mittelschiff der Kirche umfassen.Licht flutet über die Schalen und tritt in die Kirche von oben und von den Seiten ein.Die gesamte Aufmerksamkeit richtet sich auf den nach oben gerichteten Blick in das Licht des Wissens.Die Kirche strahlt Licht, sowohl buchstäblich als auch im übertragenen Sinn.

Getty Center, Los Angeles

Das letzte Projekt, das ich Ihnen vorstellen möchte, befindet sich in Los Angeles, doch ich meine, es bietet auch für Europa ein Lehrbeispiel für Kulturprojekte.Der Getty Trust ist eine private Institution, die mit dem Tod von J.Paul Getty 1982 gegründet wurde.Neben einem Museum finanziert es eine Reihe von Programmen, darunter ein Restaurierungsinstitut, das sich mit dem Erhalt unseres Architektur- und Weltkulturerbes befaßt sowie einem Forschungsinstitut für Kunstgeschichte und Geisteswissenschaft, das Wissenschaftlern aus vielen Disziplinen eine einzigartige Bibliothek mit mehr als einer Million Büchern, bietet, darunter seltenen Erstausgaben, Fotografien und Zeitschriften.

Das neue Getty Center, das im Dezember 1997 für die Öffentlichkeit geöffnet wurde, vereint erstmals alle Bereiche des Getty Trusts auf einem Campus.Das Areal liegt in den Bergen von Santa Monica im Westen von Los Angeles auf einem spektakulär schönen 44,5 Hektar großen Grundstück.Der größte Teil des Terrains wurde in seinem natürlichen Zustand belassen; die Gebäude und Gärten umfassen zwei Hektar des hügeligen Areals.

Eine fünfminütige Bahnfahrt bringt die Besucher zu einem großen Eingangsplatz.Die meisten Besucher gehen direkt zu dem neuen Museum, das sich am Ende einer breiten Treppe befindet, die mit demselben Travertine verkleidet ist wie der größte Teil des Museums und die umgebenden Mauern.Beim Eintritt in das Museum kommt man in eine große Rotunde, die sich zu einem Hof hin öffnet.Das Museum ist unterteilt in fünf getrennte Pavillons, die mit überdachten und offenen Wegen verbunden sind.Die Leichtigkeit, mit der man sich von innen nach außen bewegt, ergibt sich aus dem warmen Klima Südkaliforniens.Die Galerien sind chronologisch angelegt, können aber in beliebiger Folge nach eigenem Geschmack besucht werden.

Das berauschende Licht ermöglicht uns, Galerien zu entwerfen, die fast gänzlich ohne Kunstlicht auskommen.Die Lichtmenge wird sorgsam kontrolliert und überwacht, so daß die Kunstwerke kein direktes Licht trifft, sondern sie in indirektes Licht getaucht werden, das lediglich von elektronisch gesteuertem Kunstlicht ergänzt wird, wenn sich entsprechende Werte ergeben.

Manche haben den Getty Trust wegen seiner Wahl eines höher gelegenen Hügelareals kritisiert.Das Areal liegt jedoch direkt an der San Diego Autobahn, die de facto die Stadt zusammenhält.Los Angeles ist eine ausufernde Stadt ohne eindeutiges Zentrum, und meines Erachtens eröffnet das Areal seinen Bürgern die Stadt auf eine Weise, die es vorher nicht gab.Bislang gab es die herrlichen Aussichten auf die Santa Monica Berge und den Pazifischen Ozean nur für die Reichen, die Häuser in Gegenden wie Brentwood und Bel-Air besitzen.Als das Projekt geplant wurde, rechnete der Getty Trust mit etwa einer Million Besucher pro Jahr.Heute ist klar, daß sich diese Zahl gegen Ende dieses Jahres verdoppelt haben wird.Der Bau hat in Hinsicht Popularität bei weitem alle Erwartungen übertroffen.Menschen, die noch nie ein Museum besucht hatten, kommen nicht nur, um große Kunst zu sehen, sondern auch wegen der Gärten und der Ausblicke.Sie spüren eine tiefere Verbundenheit mit Ihrer Stadt.

Europa hat schon immer eine ausgeprägtere Tradition und mehr öffentliche Unterstützung für Kunst gehabt als wir in den Vereinigten Staaten.Das ist eine Lektion, von der ich meine, daß unsere Politiker in Washington viel lernen könnten.Die Anforderungen an ein neues vereintes Europa, die notwendigen Voraussetzungen zu erstellen für Wohnen, Bildung und Infrastruktur, haben die Kunst in den vergangenen Jahren etwas ins Abseits gerückt.Das Beispiel des Getty Trust, einer rein privaten Institution, der mit seiner Einrichtung für Kunst und Wissenschaft im Weltmaßstab die Führung übernommen hat, ist wahrscheinlich ein einzigartiges Modell.Mir scheint, daß eine Kombination aus öffentlicher und privater Geldpartnerschaft in Zukunft notwendig sein wird, um jene Institutionen der Nutzbarkeit zu ermöglichen, von denen ich vorhin sprach.Institutionen und öffentliche Einrichtungen, die zu Leistungen auf höchst möglichem Niveau führen.Das ist das Ziel, nach dem wir alle streben sollten.

Die Rede, die Richard Meier am Sonntag im Berliner Renaissance-Theater hielt, wurde übersetzt von Christian Sabisch.

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