Kultur : Die frühere Intendantin war aufgrund ihrer IM-Tätigkeit entlassen worden

Gisela Oechelhaeuser, frühere Intendantin des Berliner Kabaretts "Die Distel", klagt gegen ihre fristlose Kündigung. Dies bestätigten ihr Anwalt Jürgen Marten und das Kabarett. Laut Marten wurde der noch bis Juli 2002 laufende Dienstvertrag seiner Mandantin Mitte September fristlos zum 31. Dezember 1999 gekündigt. Als Begründung wurde angegeben, das Ensemble sei nach dem Bekanntwerden der früheren IM-Tätigkeit Oechelhaeusers nicht mehr bereit gewesen, mit ihr zusammenzuarbeiten. Die Kündigung hätte aber dem Anwalt zufolge spätestens 14 Tage nach Bekanntwerden der Vorwürfe im April erfolgen müssen. Daher sei sie schon aus formalen Gründen unwirksam. Der "Distel"-Geschäftsführer und -Gesellschafter Norbert Dahnke sagte dazu: "Da waren wir alle noch wie paralysiert und wussten ja auch noch gar nicht, was an den Vorwürfen überhaupt stimmt".

Laut Marten geht es nicht um ein normales lohnabhängiges Arbeitsverhältnis. Oechelhaeuser habe ein Dienstverhältnis mit der Gesellschaft, an der sie selbst beteiligt ist. Daher sei auch nicht das Arbeitsgericht zuständig. Ein erster Verhandlungstermin vor dem Berliner Landgericht ist im März 2000 angesetzt.

Oechelhaeuser ist mit 25 Prozent Anteilen auch einer der vier Gesellschafter des Kabaretts am Bahnhof Friedrichstraße. "Wenn man darin übereinkommt, dass eine Reihe von Gründen dafür sprechen, dass man einen bestehenden Vertrag beendet, dann muss man sich über die Konditionen einigen. Die sind nicht einmal gesetzt worden", meinte der Anwalt der ehemaligen Intendantin. Dahnke sagte dazu, es habe den Versuch gegeben, sich einvernehmlich zu trennen und Angebote Oechelhaeusers, aus der Gesellschaft auszusteigen, "aber eben nicht umsonst, und das war uns ein bisschen zu hoch".

Am Montag fand in der "Distel" die Premiere des neuen Programms mit dem Titel "Nur fliehen ist schöner" statt.

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