• Die fünf anstehenden Premieren während der Umbauzeit werden unkonventionell produziert werden

Kultur : Die fünf anstehenden Premieren während der Umbauzeit werden unkonventionell produziert werden

dm

"Gorki goes west" - diese Worte sollten wohl nicht nur den beschwerlichen Umzug beschreiben, die 25 Tonnen Technik und 400 Kubikmeter Kulissen, die in den letzten drei Wochen vom Maxim Gorki Theater Unter den Linden ins Schiller-Theater an der Bismarckstraße transportiert wurden. Wahrscheinlich meinten sie auch so etwas wie einen Aufbruch im Denken. Gorki-Intendant Bernd Wilms gebrauchte sie gestern, als er im Schiller Theater das Programm vorstellte, mit dem er die Umbauzeit in seinem Stammhaus bis Oktober 2000 überbrücken will. Immerhin bedeute das, ein kaum funktionsfähiges Haus neu zu beleben, so Wilms. Da die transferierte Bühnentechnik des Gorki Theaters der Raumgröße des Schiller-Theaters nicht genügt, müssen die fünf bis zum Sommer in Aussicht gestellten Premieren in unkonventionellen Raumauflösungen produziert werden: Das Publikum wird mit auf der Bühne platziert. Das gilt für Dea Lohers "Blaubart - Hoffnung der Frauen" (Premiere 29. Januar), Garcia Lorcas "Bernarda Albas Haus" (6. Februar), eine Wilhelm-Tell-Bearbeitung des Regisseurs Marcus Mislin (29. März) und die Inszenierung von Shakespeares "Viel Lärm um Nichts" (8. Juni). Nur die drei großen, aus dem Repertoire übernommenen Produktionen "Der Hauptmann von Köpenick", "Die Ratten" und "Berlin Alexanderplatz" finden in der Guckkastenanordnung statt. Den Anfang machen drei Schillernächte (21. bis 23. Januar), in denen Stücke von über 20 Autoren wie Oliver Bukowski, Klaus Chatten, Dmitrij Prigov, Moritz Rinke, Helma Sanders-Brahms, Jens Sparschuh überall im Haus aufgeführt werden.

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