Kultur : "Die griechische Klassik": Marmor, Stein und Farben

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"Das Marmorne wird nicht zufällig auf der ganzen Welt mit Griechenland assoziiert", betont der Direktor der Antikensammlung Wolf-Dieter Heilmeyer. Am Donnerstag kündigte er im Pergamonmuseum das größte Ausstellungsprojekt der Staatlichen Museen zu Berlin im kommenden Jahr an, das der Antike gewidmet sein wird. Der Vergleich mit zeitgenössischen Kulturen offenbare das Einzigartige der griechischen Klassik, "das Arbeiten mit Marmor." Titel der Ausstellung: "Die griechische Klassik - Idee oder Wirklichkeit". Die Formulierung deutet eine Differenz zwischen Idealvorstellung und historischer Realität an, wie etwa die zwischen der bleichen, ewigen Schönheit des Marmors und der antiken Praxis der bloßen Bemalung von Palästen und Statuen.

Was also steht hinter dem Begriff "Klassik"? Zur Klärung dieser Frage zeigt die Schau auch Exponate anderen zeitgenössischen Kunstschaffens. Sowohl benachbarte als auch völlig fremde Kulturen wie die Chinas oder Mexikos werden zum Vergleich herangezogen. Zudem soll eine Rekonstruktion der historischen Realität ins Verhältnis zur europäischen Antikenrezeption gesetzt werden. Die in acht Abteilungen gegliederte Ausstellung wird auch auf den Ausstellungsort Bezug nehmen. Aber nicht allein die architektonische Anlehnung des im 19. Jahrhundert entworfenen Spreeathens an die klassischen Vorbilder soll betrachtet werden, sondern auch die Eignung der klassischen Formensprache für die monumentale Machtarchitektur des Faschismus.

Finanziert wird die Ausstellung aus dem Eigenetat der Staatlichen Museen und Mitteln der Staatlichen Klassenlotterie. Zu sehen ist sie vom 1. März bis zum 31. Juni 2002 im Martin-Gropius-Bau.

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