Kultur : Die kleinen Höhen

YOUNG EURO CLASSIC

Ulrich Pollmann

Schön, dass young.euro.classic für jedes Konzert einen Kompositionsauftrag für eine Uraufführung vergeben hat. Noch schöner wäre es, wenn die Trefferquote etwas höher läge. Marko Zdraleks Klavierkomposition „Auch ich ein Davidsbündler“ nimmt auf Schumanns Davidsbündler Tänze Bezug, greift die unvermittelte Gegenüberstellung schroffer Temperamente auf. Leider kommt dabei nur eine Mischung aus leeren harmonischen Klängen und gewollt schroffen Dissonanzen heraus. Der junge Pianist Ulrich Murtfelt begann das Konzert mit drei Ligeti-Etüden und überzeugte sofort mit geschmeidigem Klang. In der Klaviersonate von Henri Dutilleux von 1946 gelangen ihm schöne Spannungsbögen, das Stück forderte ihn über 22 Minuten bis an seine Grenzen.

Den zweiten Teil gestalteten der Cellist Claudius Popp und die Pianistin Iris Richter, beide Anfang Zwanzig. In den Bravourstücken für Cello solo von Krzyztof Penderecki und dem georgischen Komponisten Sulchan Zinzadsa konnte er mit Karacho in den Saiten wüten, Effektstücke, die man in sommerlichen Konzerten gern hört. Sergej Prokofjews Sonate für Cello und Klavier von 1949 stellt da andere Ansprüche. Ach ja, und es gab noch eine Uraufführung: Ein Duo von So Young Jin. Hübsche Quinten, gemischt mit simplen Repetitionsrhythmen, die Musiker gaben ihr Bestes, um Langeweile zu verbergen. Es gelang ihnen nicht.

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