Kultur : Die letzte Opiumhöhle

Zeltende Männer in Texas, die mithilfe von indianischen Riten ihre Männlichkeit wiederfinden wollen. Ein Plädoyer für eine Reader’s Digest-Ausgabe der Bibel. Oder die Suche nach der letzten Opiumhöhle. Der Band mit Artikeln des Jerry Lee Lewis-Biografen Nick Tosches, einem Pionier des schnoddrigen Gonzo-Journalismus, enthält einige amüsante Stücke. Doch auf die Dauer haben die Texte, die zwischen 1973 und 2000 in Vanity Fair, Penthouse oder Creem erschienen sind, auch einen Hang zur Wiederholung. Vielleicht liegt das an der Auswahl, vielleicht auch an der Übersetzung, die ein bisschen schwerfällig daherkommt, so dass von Nick Tosches’ unterhaltsamer Oberflächlichkeit nur Selbstgefälligkeit übrig bleibt. ake

Nick Tosches: Muddy Waters isst selten Fisch. Artikel, Reportagen, Interviews. Nachwort von Franz Dobler. Aus dem Amerikanischen von Silvia Morawetz und Werner Schmitz. Liebeskind Verlag, München. 204 Seiten, 18,90 €.

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