Kultur : Die Mauermaler sind wieder da

Katrin Wittneven

Sie haben sich einen glücklichen Zeitpunkt gewählt, die umtriebigen Organisatoren der 14. Art Frankfurt: Parallel zur europäischen Biennale "Manifesta 4" eröffnen heute 186 Galeristen aus 13 Ländern ihre Messekojen. Einmal mehr setzen das Messeteam um Marianne El Hariri und die aus 700 Bewerbern ausgewählten Aussteller auf jüngste Kunstproduktion. So wird die Art Frankfurt von vielen Premieren begleitet: Rund dreißig Galerien sind das erste Mal auf einer Kunstmesse präsent.

Neu ist auch der Bereich "Projekte", in dem quer durch die Halle 40 Galeristen auch installative Arbeiten junger Künstler zeigen, die bisher noch nicht auf einer Messe ausgestellt haben. Erstmals werden dabei alle Aussteller auf einer Ebene präsent sein, der etwa 18 000 Quadratmeter großen Halle 3.1. Gespür beweist die Messe auch mit einem eigens geladenen "Curators Choice", der zeitgenössische Kunst aus Moskau präsentiert, und den nötigen Lokalpatriotismus schließlich mit der Würdigung des Frankfurter Kunstvereins, der den mit 13 000 Euro dotierten diesjährigen Adam-Elsheimer-Preis erhält.

Die Zunahme der europäischen Kunstmessen ist in den letzten Jahren nahezu inflationär: Neben den alles überstrahlenden Messen Tefaf in Maastricht und der Art Basel wird so gerade für die auf junge Kunst spezialisierten Messen die Luft immer dünner. Neben der Art Cologne, dem Art Forum Berlin und der Arco in Madrid gibt es inzwischen die Konkurrenz kleinerer Veranstaltungen in Stockholm, Brüssel oder Zürich. Für die Art Frankfurt ist diese Entwicklung ein Grund mehr, auf neue Ideen zu setzten. So entstand für die diesjährige Messe eine Wand "zeitgenössischer Fresken" mit großformatigen Wandarbeiten von Künstlern aus Berlin.

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