Kultur : Die Montagsglosse von Hellmuth Karasek

HELLMUTH KARASEK

Eigentlich habe ich so gehofft, daß sie doch nach Hollywood geht.Nicht wegen ihr.Wegen mir.Meinetwegen.Damit sie dort dreht und die arme Seele eine Ruhe hat.Damit sie mir nicht täglich ins Gesicht springt, aus jeder "Bild" und wöchentlich aus jeder "Bunten" und "Gala" und so weiter.Mitsamt ihrem Mann, der nicht nur ihr Unglück ist, weil er alles, aber auch alles über sie in die Öffentlichkeit trompetet, sondern den man auch, in Kennerkreisen, die "Mütze" nennt.Wegen seiner Frisur.

Aber nun ist das nix geworden.Und Susan Stahnke bleibt.Ihr Hollywood Vor-Vertrag (oder war es ein Vor-Vor-Vertrag?) ist geplatzt.Weil sie davon gesprochen hat, daß sie nach Hollywood geht, ohne 180 000 Dollar zu löhnen, die ihr, laut Vor-Vertrag oder Vor-Vor-Vertrag, erst erlaubt hätten zu erzählen, daß sie vielleicht nach Hollywood geht.Um dort zu drehen.Die Frau Göring vom dicken Reichsmarschall.Die erste Frau.Karin.Oder Carin.Die dann gestorben ist.Als Schwedin.Und der er dieses klotzige Wohnmausoleum gebaut hat, Carinhall oder Karinhall.Das er mit seiner zweiten Frau und einem freilaufenden Löwen bewohnt hat.Emma hieß die Frau.Oder Emmi.Oder Sonnemann.Und die hat bei Gründgens.Aber lassen wir das.

Susan Stahnke jedenfalls hätte die spielen sollen, die Karin oder Carin in einem Film oder einer Serie mit dem Titel "Die netten Görings nebenan".Oder eine, die "Oh, diese Görings" heißen sollte.Blond hätte sie sie spielen sollen.Blond und nett.Und wahrscheinlich mit Strapsen.Höchst wahrscheinlich.Doch dann hat sie gequatscht, ohne vorher Hundertachtzigtausend zu drücken: Aus der Traum! Schade! Nun hat sie uns alle also ganz umsonst genervt.Toll war sie eigentlich nur als Steilvorlage für Harald Schmidt.Der nannte sie "Stänki", nicht etwa, weil sie "stänkig" war, nein, weil er sie schon so aussprach, wie sie ausgesprochen worden wäre, wenn sie wirklich in Hollywood gedreht und uns eine Weile in Ruhe gelassen hätte.Hat sie aber nicht.Aber davon gequatscht hat sie.Ohne Gebühren.Zum Nachttarif.Stattdessen hat sie für ein Damenstehklo Reklame gemacht.Susanne Stinki gewißermaßen.Für ein Urinal, wie das heißt.Damit hat sie ihren Ruf uriniert, bzw.ruiniert.Und Peter Stolle im heutigen "Spiegel" malt sich, seit sie für das "komfortable Steh-Pissoir für die andere Frau" geworben hat, ihre nächste Rolle aus: "Pipi Langstrumpf".Nicht in "Oh, diese Görings!", sondern als Pipifax.

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