Kultur : Die Mutter aller Messen

Katrin Wittneven

Das neue Motto der Art Cologne ist gewöhnungsbedürftig. "The Artpole of the World", das klingt zunächst nach Süd- oder gar Interpol. Doch gerade nicht in eisige Ferne oder geheime Machenschaften verstrickt möchte sich die mit 270 Teilnehmern größte deutsche Kunstmesse verstanden wissen. Im Gegenteil: Ein Fixpunkt sei sie, um den sich die Kunstwelt drehe, heißt es in der Erklärung des neuen Mottos. Und mehr noch: Den Artpole "umgibt eine Aura von Abenteuer, Einzigartigkeit und Entdeckerlust. So wie sich ein Wanderer mit seinem Kompass nach dem Nordpol richtet, so weist der Artpole der gesamten Kunstwelt den Weg". Tatsächlich ruht sich die Art Cologne auch in ihrem 35. Jahr keineswegs auf den Erfolgen aus der Vergangeheit aus. Jedes Jahr feilen die Rheinländer am eigenen Profil. So wurde die Messe in diesem Jahr von acht auf fünf Tage verkürzt, was insbesondere den von 42 auf 45 Prozent gestiegenen Anteil ausländischer Galeristen die Messeteilnahme erleichtern dürfte. Mit Sonderschauen zur Videokunst und einem eigenem Skulpturenprogramm werden gezielt die traditionell auf Messen schwach vertretenen Disziplinen gefördert. Und deutlicher noch als in der Vergangenenheit möchten die Kölner den Nachwuchs stärken. 17 junge Galerien wurden von einer dreiköpfigen Jury eingeladen und erhalten subventionierte Stände. Darüber hinaus gibt es wieder 25 kostenlose Förderkojen mit Einzelausstellungen für junge Künstler, die in diesem Jahr erstmals als Parcours zu besichtigen sind.

Das umfangreiche Beiprogramm mit Sonderschauen, Preisverleihungen und Diskussionen nimmt sich erstmals eines leidigen Zwistes an: dem Zulassugsverfahren der Art, das jedes Jahr Klagen von abgelehnten Galerien nach sich zieht.

0 Kommentare

Neuester Kommentar