Kultur : Die Pille ist 40: Hormonspiegel

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Die Pille für den Mann: Die Idee, sie zu entwickeln, ist fast so alt wie die einer Pille für die Frau. Das dabei verfolgte Prinzip der "Empfängnisverhütung" sind regelmäßige Spritzen mit dem männlichen Sexualhormon Testosteron. Das Testosteron wird normalerweise proportional zur Samenproduktion in den Hoden gebildet. Wird es künstlich zugeführt, bekommt die Hirnanhangsdrüse die Falschmeldung, es würden zu viele Spermien produziert. Sie stoppt daraufhin die Produktion von Botenstoffen, die die Spermienherstellung ankurbeln. Resultat: Die Samenherstellung versiegt. Der Pharmahersteller Schering fährt doppelgleisig: zum einen mit Gestagen-Tabletten, die wie Testosteron auf die Hirnanhangsdrüse wirken und das Ausschütten eines Signalstoffes für die Spermienherstellung verhindern. Da bei dieser Spermienblockade auch die Testosteron-Bildung verhindert wird, benötigen die Männer zusätzlich einmal im Monat eine Testosteronspritze, damit ihre Libido erhalten bleibt. Die Schering-Pille wird erprobt.

Abtreibungspille: Mit dieser unter strengen Auflagen zugelassenen Pille (Handelsname Mifegyne, besser bekannt als RU 486) wird eine bereits bestehende Schwangerschaft abgebrochen. Das Verfahren gilt als schonender als eine herkömmliche Abtreibung. Die in dem Präparat enthaltene Substanz Mifepriston hebt die Wirkung des weiblichen Sexualhormons Progesteron auf, das nicht nur für die Einnistung der befruchteten Eizelle in die Gebärmutter, sondern auch für die Erhaltung einer Schwangerschaft in der Frühphase wichtig ist. Wird Progesteron blockiert, bricht die Schleimhaut der Gebärmutter zusammen. 36 bis 48 Stunden nach Zufuhr von Mifepriston muss dann ein Prostaglandin-Präparat eingenommen werden, das künstliche Wehen auslöst und Frucht und Schleimhaut abstößt.

Die Pille danach: Sie ruft einen Hormonschub hervor. Sie muss als "Notfallpille" innerhalb von zwei bis drei Tagen nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr eingenommen werden und besteht aus einem hoch dosierten Mix aus einem Gestagen und einem Östrogen. Wie das Mittel genau wirkt, ist nicht bekannt. Vermutlich verhindern die Hormone, dass sich ein befruchtetes Ei in der Gebärmutterschleimhaut einnisten kann.

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