Kultur : Die Pläne der Komischen Oper Berlin

„Zwei Tage vor seinem Tod hat Lennie Bernstein zu mir gesagt: You have to give back! Du musst junge Menschen das lehren, was du schon liebst, nämlich die Musik. Du musst die Fahne weitertragen!“ Carl St. Clair, der neue Chefdirigent der Komischen Oper Berlin, legte am Dienstag bei der Präsentation der Saison 2008/ 09 ein flammendes Bekenntnis zur Jugendarbeit und zum lebendigen, zeitgenössischen Musiktheater ab. St. Clair wird sich in seiner ersten Spielzeit darum auch einerseits intensiv für die Education-Arbeit einsetzen, unter anderem zwei Kinderkonzerte dirigieren und vier Orchesterproben für Schüler moderieren, andererseits die Uraufführung von Christian Josts „Hamlet“-Vertonung dirigieren. Sein Regie-Partner dabei ist Hausherr Andreas Homoki (der seinerseits auch noch eine neue Kinderoper von Frank Schwemmer in Szene setzen wird). St. Clairs zweite Neuproduktion, Verdis „La Traviata“ realisiert er zusammen mit Altmeister Hans Neuenfels.

Insgesamt bietet das Haus in der Behrenstraße 2008/09 sieben Premieren: Ende September wird Sebastian Baumgarten eine Bühnenversion des „Mozart“-Requiems erarbeiten (Dirigent: Markus Poschner), Thilo Reinhard, dessen „Hoffmanns Erzählungen“ sich mit 92 Prozent Auslastung als Publikumsrenner erweisen haben, wurde Tschaikowskys „Pique Dame“ anvertraut (die Rolle der Gräfin wird Anja Silja singen). Calixto Bieito kehrt für Glucks „Armida“ zurück, und Cordula Däuper wird versuchen, Eduard Künnekes Operette „Der Vetter aus Dingsda“ zu modernisieren. F. H.

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