Die Pläne der Philharmoniker : Proben für die neue Zeit

Brahms, Schumann, Sibelius: Die Berliner Philharmoniker stellen ihre Saison 2014/15 vor - und gründen ein eigenes Label.

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Chefdirigent Sir Simon Rattle bei der Vorstellung der neuen Philharmoniker-Saison.
Chefdirigent Sir Simon Rattle bei der Vorstellung der neuen Philharmoniker-Saison.Foto: dpa

Zusammenhängende Worte dürfe man jetzt nicht von ihm verlangen, egal in welcher Sprache, lächelt Simon Rattle. Er komme gerade aus einer Probe zu Henzes Requiem. Dann aber gewinnt die Vorfreude auf die kommende Saison die Oberhand, die die Philharmoniker und ihr Chef mit zwei Zyklen prägen: Zunächst treffen die Symphonien von Brahms und Schumann aufeinander (auch beim Musikfest), dann rückt Sibelius zu seinem 150. Geburtstag in den Mittelpunkt. Seine Klangwelt stelle eine besondere Herausforderung für das Orchester dar. Rattle, der 2015 seinen 60. feiert, gastiert mit dem Orchester in London und New York, im November geht es, in Erinnerung an den Mauerfall vor 25 Jahren, auf eine Tour nach Halle, Warschau, Budapest und Prag. In Baden-Baden kommt nächstes Jahr Strauss’ „Rosenkavalier“ neu heraus. Ein Wiederhören gibt es mit dem dann 91-jährigen Pianisten Menahem Pressler, der für die Silvesterkonzerte zu den Philharmonikern zurückkehrt. Bei den Dirigenten ist mit Gianandrea Noseda nur ein Debütant zu verzeichnen, dafür die Rückkehr heiß gehandelter möglicher Rattle-Nachfolger: Andris Nelsons, Gustavo Dudamel und Kirill Petrenko dirigieren jeweils Mahler-Symphonien, Christian Thielemann leitet zwei Programme. Aber auch die Altmeister Herbert Blomstedt, Lorin Maazel und Riccardo Muti treten ans Pult.

Natürlich denke das Orchester über die Rattle-Nachfolger nach, erklärt Orchestervorstand Peter Riegelbauer auf Nachfrage. Zurzeit diskutiere man, was man sich eigentlich inhaltlich erwarte. Das ist nicht wenig und liegt oft jenseits des dirigentischen Kerngeschäfts. Die Philharmoniker senden in alle Welt, via Education-Programm, Digital Concert Hall und – jetzt neu – mit einem eigenen Label. Berliner Philharmoniker Recordings heißt es, und es startet am 23. Mai mit den Schumann-Symphonien unter Rattle. Von den Produkten des zusammengebrochenen CD-Marktes will man sich deutlich absetzen: Die Box erscheint optisch als Buch und enthält die Aufnahmen in allen hochauflösenden Ton- und Audioformaten. Ein multimediales Kraftpaket, dem Schuberts Symphonien unter Harnoncourt und die Bach-Passionen unter Rattle folgen sollen.

Das gesamte Programm unter: www.berliner-philharmoniker.de

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