Die Pläne des Rundfunkchors Berlin : Ganz bei Trost

Der Rundfunkchor Berlin stellt seine neue Saison vor - die zweite unter Chefdirigent Gijs Leenaars.

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Der Chefdirigent: Gijs Leenaars.
Der Chefdirigent: Gijs Leenaars.Foto: Thilo Rückeis TSP

Der Ort, an den der Rundfunkchor Berlin geladen hatte, um seine Pläne für die Saison 2016/17 vorzustellen, passt zu einer Erfolgsproduktion des Ensembles: Mit „Human Requiem“, einer szenischen Version vom Brahms’ „Deutschem Requiem“, tourt der Rundfunkchor durch die Welt – und im ehemaligen Krematorium Wedding soll ein neues Konzertformat entstehen. „Silent green“ nennt sich das Kulturquartier, dessen achteckige Trauerhalle an drei Abenden zur Lounge für den Rundfunkchor wird: Sänger, DJs, Moderatoren und Gäste sollen für Nähe jenseits der klassischen Konzertsituation sorgen. Die genauen Programme werden jeweils vier Wochen vorab bekannt gegeben.

Nach den ersten Monaten mit dem neuen Chefdirigenten Gijs Leenaars zeigt sich Chorvorstand Holger Marks angetan von dem „recht strengen, konsequenten Lehrmeister“. Den sieht man dem jungen niederländischen Dirigenten kaum an, ahnt ihn aber, wenn der von der Bachtradition seiner Heimat spricht. Sein Wissen darüber gibt Leenaars erst mal im Rahmen eines Kinderkonzerts weiter. Die Bildungsinitiative SING! an Berliner Grundschulen steht mit einer Regelförderung des Senats auf festen Füßen.

Natürlich ist der Rundfunkchor wieder Partner der Berliner Orchester, die den Sängern in der neuen Saison eine stolze Bandbreite abverlangen: Ligetis Oper „Le Grand Macabre“ halbszenisch, John Adams und Bruckner, Puccini und Verdi mit den Philharmonikern, mit dem Deutschen Symphonie-Orchester unter anderem Schuberts As-Moll-Messe und die Uraufführung der „Deutschen Messe“ von Stefan Heuckes. Die langjährige Zusammenarbeit mit Marek Janowski findet ihr Ende bei den Silvesterkonzerten des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin mit Beethovens Neunter. Weitere Informationen finden sich auf der neugestalteten Website unter www.rundfunkchor-berlin.de. Dort ist bald auch mehr über das Projekt zum Luther-Jubiläum zu erfahren, das der Rundfunkchor zusammen mit Robert Wilson plant. Fest steht: Klein und fein soll es werden.

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