• Die Regierung, The Jesus And Mary Chain, Little Simz & Mutter: Die Pop-Alben der Woche im Soundcheck

Die Regierung, The Jesus And Mary Chain, Little Simz & Mutter : Die Pop-Alben der Woche im Soundcheck

Jeden Freitag stellen vier Popkritiker/-innen in der Radio-eins-Sendung „Soundcheck" ab 21 Uhr die Alben der Woche vor. Diesmal mit Die Regierung, The Jesus And Mary Chain, Little Simz & Mutter.

Lakonischer Indie-Pop der Hamburger Schule. Die Regierung.
Lakonischer Indie-Pop der Hamburger Schule. Die Regierung und ihr neues, altes Album "Raus".Foto: Staatsakt

Die Regierung: Raus (Staatsakt)

Die Regierung ist eine Band, über die wohl mehr Menschen gelesen haben, als dass sie ihre Platten gehört hätten. „Supermüll“ von 1984, legendäres Debüt, wichtig für die Hamburger Schule, 22 Jahre weg gewesen. Tilman Rossmy klingt ziemlich unbeteiligt, als sei er zufällig auf diese ein wenig zu abgehangene Platte geraten. Lakonischer Indie-Pop, wie er heute tatsächlich nur von den Alten gespielt wird. Andreas Müller, Moderator

The Jesus And Mary Chain: Damage And Joy (Artificial Plastic)

„Ich mach’s, wenn du es machst“ – das reichte den dauerzerstrittenen Brüdern Jim und William Reid für einen Neuanfang von The Jesus And Mary Chain. Sie klicken sich ohne Umschweife beim letzten Album „Munki“ von 1998 ran. Es leuchtet frisch, alles wieder da: Hooks, Riffs, Fuzz, Sehnsucht und Liebe. Isobel Campbell und Sky Ferreira singen schmachtend mit. Oliver Schwesig, Deutschlandradio

Little Simz: Stillness In Wonderland (Age 101)

Lewis Carrolls Klassiker „Alice im Wunderland“ stand Pate für das zweite Album der 23-jährigen Britin. Simbi Ajikawo wandelt träumerisch durch Hip-Hop, R’n’B, Jazzwelten, um am Ende festzustellen, dass Eskapismus in Zeiten wie diesen keine Lösung ist. „Real shit’s happening, and my people need me“ singt sie zum Schluss. Ein toller Cliffhanger für Album Nummer drei. Elissa Hiersemann, Radio eins

Mutter: Der Traum vom Anderssein (Die eigene Gesellschaft)

Vielleicht muss man einfach das Gewicht von 30 Jahren Bandgeschichte im Gepäck haben, um mit einer derartigen Dringlichkeit von elementaren Dingen (Glaube, Tod und so) singen zu können, wie es Max Müller auf der elften Mutter-Platte tut. Der Sound ist wie fast immer bei Mutter betonharter Noiserock, der mit der Grazie eines Braunkohlebaggers um die melodischen Verästelungen der Lieder tänzelt. Berlins Beste! Jörg Wunder, Tagesspiegel

Neue Alben, Konzerte, Club-Adressen: www.tagesspiegel.de/pop

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