Kultur : Die Schlossdebatte ist noch nicht das Schloss

STADTPLANUNG

Michael Zajonz

„Ein ewig grünes Thema“ versprach Verleger Klaus Siebenhaar bei der Präsentation eines Buches, das zu einem Standard der Berlin-Literatur werden dürfte: „Der Schlossplatz in Berlin. Bilanz einer Debatte“, herausgegeben von Hannes Swoboda (Verlag Bostelmann & Siebenhaar 2002, 19,80 €). Der frühere Wiener Baustadtrat Swoboda stand jener „Expertenkommission Historische Mitte“ vor, die vor einem Jahr die Teilrekonstruktion des Schlosses als Museum, Bibliothek, Veranstaltungsort empfahl. Doch trotz des Bundestagsbeschlusses vom Juli 2002 und einer derzeit laufenden Präzisierung des Nutzungskonzeptes halten selbst Schlossfreunde eine weitere Forcierung des Entscheidungstempos für unrealistisch. Der Abriss des „Palastes der Republik“ und der Realisierungswettbewerb für den Neubau werden nicht vor 2005 erwartet. Wie also weiter mit dem Schlossprojekt –und jenem Bau, der bis auf die Hülle ausgeweidet wurde? Tagesspiegel-Redakteur Bernhard Schulz begrüßte zur Podiumsdiskussion im Restaurant „Adermann“ ein „Veteranentreffen in Sachen Schloss“: neben Swoboda „Oberschlossrekonstrukteur“ Wilhelm von Boddien sowie Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer. Letztere wandte sich vehement gegen eine Zwischennutzung der „Palast“-Ruine. Lieber seien ihr Abriss und Begrünung. Tatsächlich: nicht nur ein andauerndes, nein, ein grünes Thema.

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