Kultur : Die Strafe der Opfer

Zwei ältere Ehepaare werden bestialisch ermordet. Vier Jahre später fühlen sich deren Kinder allein gelassen – und klagen gegen den Staat

Ina Weisse

Was er nie mehr vergisst. Wie er gerade zurück zum Auto kam, den Kopf voll heiterer Gefühle, entspannt nach einem langem Spaziergang mit den Kindern um den Schwanensee, als das Handy klingelte. Das Display zeigte 17 Uhr 52. Genau der Moment, in dem das Leben von Harald Becker in Vorher und Nachher zerbrach. Die Stimme seiner Frau Christiane erschien ihm unnatürlich ruhig. „Mit deinen Eltern ist etwas passiert! Die Polizei will am Telefon nichts sagen. Komm schnell.“

Frühlingsanfang, Sonntag, der 21. März 1999, seiner Erinnerung nach wunderschönes Wetter. Harald Becker lieferte seine beiden Kinder noch bei sich zu Hause in Bad Breisig ab, dann jagte er über die B 9 nach Remagen. Für die 7 Kilometer brauchte er kaum fünf Minuten. Sie waren endlos. Mit jedem Meter Straße wuchs die Angst. Er weiß nicht mehr, was entsetzlicher war, die Beklemmung, die ihm die Kehle zuschnürte. Oder die unerbittlich einsetzende Ahnung: Nichts wird mehr wie früher sein.

Was danach auf ihn einstürzt, übertraf selbst seine schlimmsten Befürchtungen. Auf dem Revier der Ortspolizei Remagen konfrontiert man ihn mit der Nachricht, dass sein Vater, Paul Becker, 66, ermordet, buchstäblich abgeschlachtet wurde. Der Gerichtsmediziner wird 11 Stiche zählen, die Rippen und Brustbein durchtrennten. Der Sohn muss den Toten anhand eines Video-Standbildes identifizieren. Er sieht ihn, wehrlos, die Hände mit Klebeband verschnürt, in der Badewanne in seinem Blut liegen. Ebenfalls niedergemacht, die Schwester des Vaters, Maria Becker, Eigentümerin der Tatwohnung in der Sinzingerstraße 3, 2. Stock rechts. Sie stirbt gefesselt mit mehrmals durchstochenem Hals auf den Badezimmerboden. Die eigene Mutter, Rita Becker wurde mit dem Hubschrauber nach Koblenz ausgeflogen, wo sie am 26. März den Folgen ihrer furchtbaren Verletzungen erliegt. „Onkel Kurt“, Kurt Schröder, der Mann Marias wird zu dieser Stunde noch vermisst. Nach ihm wird als einem Hauptverdächtigen gefahndet, bis der Rentner tot auf dem Dachboden seiner im Umbau befindlichen „Villa“ am Rhein aufgefunden wird. Wie seine Leidensgefährten wurde er erst gefesselt und dann hingerichtet. In einer Art Vertuschungsreflex leerte der Täter anschließend einen Eimer Bauschutt über ihm aus. Später ergibt eine Rekonstruktion der Polizei, dass Schröder das erste Opfer des Schlächters war.

Oder war es ein Familiendrama?

„Katastrophen und Mord, das passiert sonst immer nur anderen“, sagt Harald Becker mit einem schmalem Lächeln. „Auf einmal war ich mittendrin.“ Um ihn herum sucht man in diesen ersten Stunden verzweifelt nach einer Erklärung, nach irgendeinem Anlass, einem Motiv für das Grauenvolle. Er selbst ist wie paralysiert, ausgeliefert an die anbrandenden Wogen hektischer Aktivität, an die Fragen, die Vermutungen. Ein Schockzustand, von dem er sich, so findet der heute 42-Jährige, nie mehr richtig erholt habe. Früher habe er Erfolg im Leben gehabt, „heute habe ich Mühe, mich zu motivieren“. Die schleichende Lähmung mündete in einer Art Verdrängungskomplex. All die Jahre haben er und seine Familie sich abgeschottet. Er konnte und wollte nicht sprechen, schaffte es aus Scheu vor einer sensationslüsternen Öffentlichkeit nicht, aus der anonymen Rolle des schweigend Betroffenen herauszutreten.

Zunächst schien die Logik des Verbrechens auf ein Familiendrama hinzuweisen. Wer sonst, außer einem nahen Bekannten oder Verwandten hätte beide, fast einen Kilometer von einander entfernten Tatorte kennen können. Am Abend des 21. März ist es abseits menschlicher Vorstellungskraft, was sich dann als furchtbare Wahrheit herausstellt, dass dieser ganze Horror blinder Zufall, ein grausames Schicksal war, in Gestalt des entlaufenen Mörders Zurwehme. Ein Irrläufer, den es auf seiner Flucht in das Städtchen Remagen verschlug, der in einer einzigen Stunde vier Menschenleben einfach auslöschte. Während Harald Becker am Abend des 21. auf dem Revier Remagen noch stundenlang verhört wird, wartet zu Hause Ehefrau Christiane. Ihr Eigenheim im Neubaugebiet Bad Breisig war gerade fertig geworden. Hier im Wohnzimmer mit seinen makellos weißen Bodenfliesen sei sie gesessen, immer wieder hochgeschreckt, der frischgemachte Terrassenbelag knarrte, es hörte sich an, als ob jemand um das Haus schleicht.

Es sind die nebensächlichsten Details, die sich in das Gedächtnis der Beckers eingebrannt haben, kleine feste Inseln der Gewissheit, von denen aus sie wieder und wieder die Ereignisse durchgehen, wie jetzt im Gespräch, beim Versuch Ordnung in das Chaos zu bringen. Dann, wenn die Erinnerung sie zu überwältigen droht, die Erinnerung an die Tage danach, die Fragen der Polizei, der dumpfe Schmerz. Es kam der Kindergeburtstag des Sohnes, der trotz allem gefeiert werden musste. Da waren die Freunde und Bekannten, die ihre Blicke verlegen abwenden, nichts zu tun haben wollen mit dem Leid, nichts mit der unausgesprochenen Frage, die die Beckers bis heute quält. „Warum? Warum? Warum?“

Man könnte das Trauerarbeit nennen, aber sie endet im Nichts. „Es ist kein Sinn dahinter“, sagt Harald Becker und schluckt. Und Ehefrau Christiane im lindgrünen Twinset nickt: „Wenn einer Krebs hat und stirbt, dann muss man sich damit abfinden. Aber für uns gibt es einfach kein Ende, es hört nicht auf.“ Bestimmt hätte man das Paar vor fünf Jahren drahtig und durchtrainiert genannt, jetzt sind sie nur noch furchtbar dünn, ausgemergelt von ihren Sorgen, den Bedrängungen ihres Daseins, das, seitdem ihre Angehörigen „liquidiert wurden“, in „Schieflage“ ist, wie er sagt, und trotzdem muss es „irgendwie“ weitergehen.

Wann der Name Zurwehme das erste Mal fiel, wissen beide nicht mehr genau. Irgendwann erfuhren sie, dass am Tatort in der Wohnung Sinzingerstraße auf einem Wasserglas ein einziger Fingerabdruck gefunden worden sei. Der erste Hinweis auf den Täter, den 1974 verurteilten Mörder Zurwehme, der bald zum Synonym alles Schrecklichen für sie wurde. Am 2.12.1998 war er von einem Freigang nicht in die Justizvollzugsanstalt Bielefeld Senne zurückgekehrt, seitdem flüchtig. Erst viereinhalb Monate nach dem Gemetzel von Remagen und einer beispiellosen Fahndung durch die ganze Republik wird er gestellt und verhaftet.

Rolf Schröder, der jüngere Sohn des ermordeten Kaufmanns Kurt Schröder, schweigt dazu, wie damals diese Nachricht auf ihn gewirkt hat. Sie muss eine Menge widerstreitender Gefühle ausgelöst haben, bedeutete sie doch für seinen Bruder Jürgen und ihn die Erlösung von dem durch die Polizei gehegten Verdacht, der Täter sei im Familienkreis zu suchen. Er komme einfach nicht darüber hinweg, dass man ihm, Rolf Schröder, Vater zweier Kinder, Besitzer eines eingeführten Bettenfachgeschäftes in Ahrweiler, zugetraut habe, er könnte den eigenen Vater und drei andere Verwandte auf eine so bestialische Weise umgebracht haben. Es ist nur eine von den vielen bitteren Zumutungen, die seit damals „mein ganzes Leben verändert haben“. Wie viel angestauter Groll liegt in der Bemerkung: „Der Zurwehme, der hat sein Essen gekriegt, seine warme Zelle, als er geschnappt wurde. Mich hat die Polizei stundenlang ohne ein Getränk, ohne alles schmoren lassen und verhört.“

Mord nimmt mehr als das Leben der Opfer, er zerstört die Würde und Privatsphäre Unschuldiger, kehrt ihr Innerstes nach Außen. Schröder junior hat versucht sich zu stellen, hat alle ungeheuerlichen Einzelheiten auf den Fotos der Leichen studiert, hat keinen Gerichtstag ausgelassen. „Ich wollte, dass mir der Mörder meines Vater ins Gesicht sieht.“ Aber er fand keine Regung in dem starren Antlitz Zurwehmes, der kein Zeichen des Mitleids zeigt. „Die Polizisten, die die Leichen fanden, und natürlich der Mörder – jeder hat psychologische Betreuung erfahren. Aber als Angehöriger ist man menschlich total allein gelassen.“ Diese harte Erfahrung hat sich in Rolf Schröder zu jenem Gefühl von Ohnmacht und Ausweglosigkeit verdichtet, wie es von der Psychologie als typisch für die Opfer von Gewaltverbrechen beschrieben wird.

Wir sitzen im Ristorante da Franco unten an der Rheinpromenade. Er hat sein Mineralwasser kaum angerührt. „Wissen Sie, wie das riecht, nach zehn Tagen, das ganze Blut“, bricht es aus ihm heraus. „Wir mussten sogar die Wohnungen selber putzen, weil keine Firma das machen wollte.“ Man sieht ihm an, wie er um Fassung kämpft, wenn er an die alten Geschichten rührt, die nagenden Erfahrungen von Erniedrigung und Verletzung. „Heute Nacht werde ich bestimmt nicht schlafen können.“ Früher habe er sich mit seinen Gefühlen eigentlich nicht besonders beschäftigt. Seine ganze Einstellung zum Leben habe sich seitdem verändert. Und dann prägt er den erstaunlichen Satz: „Trotz allem möchte ich die Erfahrung nicht missen.“ Das klingt, als sei er jetzt zum Widerstand bereit.

Seine absolute Gefühlskälte

„Mein Vater hatte einen Kindheitstraum. Es war ein Haus mit Blick auf den Rhein.“ Dort wird er umgebracht. Warum das Schicksal es wollte, dass ihm sein Wunsch zum Verhängnis wurde? Rolf Schröder kann es nicht begreifen. Bisher wollte der 52-Jährige seine Emotionen nicht preisgeben. Jetzt erst geht er nach außen. Seit Rechtsanwalt Rolf Kurtenacker im Namen der Hinterbliebenen Klage gegen das Land Nordrhein-Westfalen wegen „Haftung bei Amtspflichtverletzung“ erhoben hat, sieht Rolf Schröder seine Chance „mit dem Ganzem irgendwie fertig zu werden“.

Es schmerzt, wenn er sich beinahe rechtfertigt und mehrmals beteuert, dass es den Kindern und Brüdern in diesem Musterverfahren nicht um die Beerdigungskosten von insgesamt 15 410,43 Euro ginge. In Remagen würden sich manche die Mäuler zerreißen, dass die Familien auf Erstattung ihrer Ausgaben klagten. Es ginge dabei um einen symbolischen Betrag, bewusst gewählt, um den Streitwert und möglichst klein zu halten.

Bei der Beerdigung auf dem Neuen Friedhof in Remagen fanden die über 1000 Teilnehmer kaum Platz. Keine noch so anschauliche Schilderung des Begräbnisses, kann das Herzzerreißende des gewaltsamen Todes der beiden Ehepaare besser ausdrücken, als die lapidare Aufstellung der für die Trauerfeier angefallenen Extraausgaben. Wie mag man sich als ein Angehöriger fühlen, der sich mit solchen Beträgen an die Behörden wenden muss: „Metzgerei Fassbender 195,11 Euro; Bäckerei Lentzen 153,90 Euro; Getränke Herden 317,26 Euro; Messdiener 25,56 Euro; Blumenerde 20,41 Euro; Grablampe Maria und Kurt 166,17 Euro; Männerchor 35,79 Euro; Zwei Schleierkränze 153,39 Euro, und so fort.

Verbirgt sich nicht gerade hinter diesen letzten anrührenden Zeichen des Lebens der ganze Schrecken des Todes? Die Liste ist der Endpunkt einer Gräueltat, in der es zwar einen zur Höchststrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilten Täter, aber keinen Verantwortlichen für das Versagen der amtlichen Entscheidungsträger gibt. Um die zu Rechenschaft zu ziehen, wollen die Hinterbliebenen bis zum Bundesverfassungsgericht gehen. Denn, woran sie fast zerbrechen, ist das Wissen: Vier Menschen, die Beckers, die Schröders könnten noch leben, wenn von offizieller Seite die massiven Warnungen vor „Zurwehmes hochgradiger Rückfallgefährdung“ beachtet worden wären.

„Eigentlich hat keiner der Angehörigen die Ereignisse von damals wirklich verarbeitet“, erklärt Rechtsanwalt Kurtenacker. Der schwere Mann wirkt trotzdem verletzlich, so als brauche er sein Gewicht um die Bodenhaftung nicht zu verlieren. „Alle haben mehr oder weniger große Probleme im Alltag wieder Fuß zu fassen.“ Gewiss, Zurwehme sei zur höchstmöglichen Strafe verurteilt, aber eine wirkliche „Befriedung“ sei nicht eingetreten. „Wir alle tragen dieses Muster Schuld und Sühne in uns, das nach einer Genugtuung für unser Leid verlangt, einem Motiv, einer Erklärung. Das ist in diesem Fall ausgeblieben. Wer Zurwehme im Prozess sah, war schockiert über seine absolute Gefühlskälte.“

Der Jurist weiß, was Trauer und Unglück bedeuten. Es gehört zu den sonderbaren Zusammentreffen dieses Falls, dass er selbst Betroffener einer anderen Katastrophe ist, die die Kleinstadt 1992 heimsuchte. Bei einer nächtlichen Bittprozession vor Palmsonntag rast ein Betrunkener in die Menge. Damals blieb das Ehepaar Becker wie durch ein Wunder verschont. Vier Menschen sterben, darunter Kurtenackers Eltern. Ihren sinnlosen Tod hat der 39-jährige Familienvater bis heute nicht verwunden. „Man verliert den Glauben an alles.“ In Sachen Zurwehme ist seine Klageschrift eine bestürzende Chronik der Irrtümer, Versäumnisse und Selbstüberschätzungen von „Amtsinhabern“, die schließlich mit dem Blutbad in Remagen endet. Sie beginnt 1983, als der 1974 „wegen Mordes in Tateinheit mit versuchten schwerem Raub, der versuchten räuberischen Erpressung, der Notzucht und der Notzucht in Tateinheit mit räuberischer Erpressung“ zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilte Zurwehme das erste Mal in den offenen Vollzug entlassen wird. Nach außen ein „Vorzeigeknacki“ macht er sich nach nur sieben Monaten während eines Urlaubs der versuchter Nötigung und Bedrohung eines 17-jährigen Mädchens schuldig.

Was brachte zum Beispiel den Leiter der Justizvollzugsanstalt Köln dazu, diese Tat als „überraschenden Zwischenfall“ zu bagatellisieren? Was bewegte später, als es schon um die Entlassung Zurwehmes ging, den Diplompsychologen Sahm, alle anders lautenden Gutachten zu ignorieren, eine günstige Einschätzung abzugeben und dem Gefangenen außerdem zu raten, in therapeutischen Gesprächen weniger offen über seine Gewalt- und Fluchtphantasien zu sprechen? Zurwehme ist intelligent, verhält sich äußerst geschickt. Nach einer erneuten Begegnung mit seinem Therapeuten Rathert attestiert der ihm „verdeckende Rationalisierungen“. Beim 166. Freigang haut Zurwehme ab.

Wer will schon ein Mordhaus kaufen

Bis im Fall Zurwehme ein endgültiges Urteil für die Angehörigen fällt, können noch Jahre vergehen. Doch Harald Becker will nicht aufgeben. Die Klage ist wie ein rettender Strohhalm in seinem Leben, von dem er sagt, dass es sonst eigentlich kein Ziel mehr hat. „Meine Eltern waren sehr gläubige Menschen, haben der Gesellschaft als Kirchenmitglieder viel gegeben.“ Das Einzige, was er jetzt für sie noch tun könne, ist darum zu kämpfen, dass sich durch eine Verurteilung das Bewusstsein der Gutachter ändere. In seinen Augen überschätzten die „Herren in Weiß“ sich selbst schon von Berufs wegen. „Jeder Arzt muss hinnehmen, dass es unheilbar Kranke gibt, warum nicht auch Psychologen?“ Lange hat er auf ein Wort der Entscheidungsträger gehofft, ein Wort des Beileids, der Entschuldigung, irgendeine Geste, die zeigt, sie seien sich ihrer Verantwortung bewusst. Vergeblich. Stattdessen sieht er sich mit seinem Leid auf den Instanzenweg verwiesen. Der in seinen Augen Hauptverantwortliche, der Psychologe Sahm sei zwar inzwischen versetzt, arbeite aber immer noch im Strafvollzug.

Die Zeit geht weiter, für die Beckers dreht sie sich im Kreis. Wo sie auch anfangen, sie enden immer am selben Punkt. „Ich fühle mich aus der Bahn geworfen.“ Längst hätten sich die Freunde zurückgezogen, wollten nichts zu tun haben mit einem, der, wie er selbst sagt, mit einer „drückenden Altlast“ herumläuft. Zurwehmes Gesicht hat er sich am ersten Prozesstag einmal angeguckt, danach blieb er der Verhandlung fern. Er fühlt sich dem Schrecken nicht gewachsen.

Niemals wieder hat Harald Becker die Sinzigerstraße 3 betreten. Das gelblich gestrichene Mehrfamilienhaus wurde mit finanziellem Verlust verkauft. Es sei nicht gerade einfach gewesen, meint er. Wer wolle schon in einem Mordhaus wohnen. „Als Kind war ich hier jeden Tag bei der Oma und habe in den Höfen gespielt. Wenn man an früher denkt, kommen einem schon die Tränen.“ Ein unseliger Ort genauso wie die andere Adresse, „Am Spich 12“, unten am Rhein, am Ende einer Stichstraße. Geißblatt und Efeu überwuchern das mit Vorhängeschloss und Kette veriegelte Tor, an dem wir uns vorbeischlängeln.

Die „Villa“, in der das Unheil seinen Anfang nahm, steht nicht mehr. Die Erben verkauften das Unglückshaus an einen Bauunternehmer aus Bad Breisig, der machte es sofort platt. Auch die uralten Kastanien mussten der geplanten „Rhein Residenz“ weichen. Sie brachte dem neuen Besitzer kein Glück, die Investoren für die Luxuswohnungen blieben aus. Das Land liegt brach, längst ist das Schild: „Bauidee Dühr: Traumwohnungen mit herrlichem Ausblick“ angefault zu Boden gesunken. Gras wächst darüber.

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