Die Teilung als Comic : Berlin-Geschichte zum Mitfiebern und Kleben

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Ein Buch zum aktiven gestalten. Die Klebebilder muss man sich an verschiedenen historischen Orten besorgen.
Ein Buch zum aktiven gestalten. Die Klebebilder muss man sich an verschiedenen historischen Orten besorgen.Abbilildung: Susanne Buddenberg/Thomas Henseler

Thomas Henseler und Susanne Buddenberg sind die Autoren von Berlins wohl meistgelesenem Comic. Am Zaun des Bundesfinanzministeriums, direkt gegenüber der Topographie des Terrors, hängt in Postergröße eine gezeichnete 16-seitige Episode des Duos über die Zeit der deutsch-deutschen Teilung, die täglich von unzähligen Touristen betrachtet wird. Jetzt haben die beiden Designer, die bereits drei viel gelobte Comicbücher zu historischen Themen veröffentlicht haben, ein neues Buch vorgelegt, das vor allem jüngeren Lesern die wechselhafte Geschichte Berlins ab dem Zweiten Weltkrieg näherbringt.

In acht Episoden schildern sie am Beispiel einer fiktiven, von der Realität inspirierten Zeitzeugin, wie die Berliner das Kriegsende, die Teilung samt Mauerbau und Luftbrücke, die DDR und die Zeit nach der Wiedervereinigung erlebt haben. Das ist klar strukturiert, angemessen vereinfacht und durch die Verknüpfung von individuellen Schicksalen und großer Politik auch unterhaltsam.

Vor allem eine Ost-West-Liebesgeschichte samt Stasi-Überwachung und Fluchtversuch dürfte die Leser packen. Klebebilder, die in Museen und Gedenkstätten gesammelt werden können, ergänzen die Kapitel – und dürften den Nachwuchs dazu verleiten, historische Orte wie die Gedenkstätte Berliner Mauer oder das Deutsch-Russische Museum Karlshorst zu besuchen.

- Susanne Buddenberg, Thomas Henseler: DDR-Geschichte zum Einkleben – Die Teilung Berlins in 8 Stationen. Comic. Berlin Story Verlag, Berlin 2015. 80 Seiten, 16,95 Euro. Ab acht Jahren.

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