• Die Umbaupläne des Museums für Ostasiatische Kunst - eine Herausforderung an die Phantasie

Kultur : Die Umbaupläne des Museums für Ostasiatische Kunst - eine Herausforderung an die Phantasie

kbm

Noch ist der Museumsstandort Dahlem "eine Herausforderung an die Phantasie", wie Peter-Klaus Schuster, Generaldirektor der Staatlichen Museen, am Dienstag auf einer Pressekonferenz des Museums für Ostasiatische Kunst sagte. Man saß eng gedrängt im Depot vor dem Rundgang durch die umgebauten Hallen, die mit herausgenommenen Wänden und freistehenden Stützen etwas von der Großzügigkeit der neuen Präsentation ahnen lassen. Dort hofft Willibald Veit, Direktor des Museums, dem wieder zu entdeckenden Museumskontinent Ostasien eine Bedeutung zurückzugewinnen, die er bis zu den Kriegsverlusten 1945 hatte.

Neu ist die Einbeziehung Vietnams unter die klassischen Kunstepochen aus Japan, China und Korea ebenso wie ein Raum für die japanische Teezeremonie. Im Chinesischen Thronsaal werden auch erstmals die Staatsgeschenke der Volksrepublik China an die DDR integriert. Ein dem Buddhismus gewidmeter Raum betont im Zentrum des Museums das verbindende Element der ostasiatischen Kulturen. Ihrer heterogenen Gegenwart in der zeitgenössischen Kunst, so Schuster, wolle man sich in Dahlem später auf Sonderausstellungsflächen widmen.

Die größte Bereicherung für die Kunstgeschichte aber sieht Veit in der Sammlung des aus Berlin stammenden Kunsthändlers Klaus F. Naumann, die einen eigenen Raum erhält. Johei Sasaki, der in Japan mit der Einstufung der nationalen Kunstschätze betraut ist und zwei Monate lang als Gast in Dahlem arbeitete, bestätigte ihre Qualität. Die Bewertung als Kunstschätze erster Güte war auch entscheidend für ein kooperatives Restaurierungsprojekt zwischen dem Tokyo National Research Institute for Cultural Properties und dem Dahlemer Museum, das drei brüchig gewordenen Seiden-Bildern aus dem 14. Jahrhundert zugute kam. 15 Monate lang arbeiteten Restauratoren an den drei buddhistischen Göttern, deren Wiederherstellungskosten von 60 000 bis 80 000 Mark für jede Hängerolle das japanische Institut trug. So kann jetzt der grimmig dreinblickende Schutzgott die bösen Geister wieder fernhalten, damit nichts die für September 2000 geplante Wiedereröffnung verzögert.

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