Kultur : Diese Woche auf Platz 14 Deep Purple „Bananas“

Ralph Geisenhanslüke

HITPARADE

Nach Aussage ihrer Plattenfirma gehören sie „zu den wenigen verlässlichen Konstanten der Musikgeschichte." Deep Purple – da weiß man, was man hat? Keineswegs. Seit jener denkwürdigen Aufnahmesession in Montreux – erst belegte Frank Zappa das Casino, in dem sie aufnehmen wollten, anschließend fiel es einem Brand zum Opfer, und Deep Purple nahmen ihr Album „Machinehead“ im Keller ihres Hotels auf und komponierten über die Vorfälle ein Lied mit dem Titel „Smoke On The Water"– hat sich die Band so oft umbesetzt, getrennt und wiedervereinigt, dass kaum noch jemand durchblickt. Aber der Song mit dem ultra-primitiven Riff, bestehend aus vier Tönen, ist vermutlich der bekannteste Rock-Song der Siebzigerjahre.

Deep Purple diesmal, das sind Bassist und Geschäftsführer Roger Glover, Sänger Ian Gillan, Drummer Ian Paice, Gitarrist Steve Morse und Tastendrücker Don Airey. Jon Jord und Richie Blackmore sind nicht dabei. Lord verließ die Band 2002, wohl um sich seinen Klassik-Ambitionen zu widmen. Blackmore veranstaltet mittlerweile mit seiner Band peinlichen Mittelalter-Hokuspokus.

Über das aktuelle Album gibt es wenig zu sagen, außer, dass es solide runtergeschrubbter Hard-Rock ist und dass Steve Morse sich erstaunlich zurückhält. Die Stammmitglieder gehen zwar stramm auf die 60 zu, machen ihren Job aber ohne auffällige Blackouts. Die sparen sie sich für ihre Netzseiten auf. Ian Gillan zum Beispiel lässt sich dort stammtischlerisch über EU-Bestimmungen für Bananen aus. Wer Deep Purple einmal wirklich anders erleben will, sollte von Bananen zu Kokosnüssen wechseln. Señor Coconut, der Spezialist für gegen den Strich gebürstete Neuvertonungen, hat kürzlich „Smoke On The Water“ eingespielt: als Salsa-Version.

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