Kultur : Diese Woche auf Platz 15 Right Said Fred

mit „Stand Up (for the Champions)“

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Es sind unsichere Zeiten, man muss dem Job zuliebe auch mal ins Ausland gehen. Weil Right Said Fred in der Heimat England keinen Vertrieb für ihre Musik finden, sagten die Popbrüder vor einem Jahr, dass sie ihr Comeback gerne auf Deutschland beschränken würden, wo man sie als Stars feiert, die sie sonst nirgendwo mehr sind. Dabei haben die zwei eine stimmungsvolle Karriere hinter sich: Tourmusiker bei Bob Dylan und Mick Jagger, 1992 mit der Nabelschau-Hymne „I’m too sexy“ ein Welthit. Später kamen Sexangebote von Madonna; dann wurde Sänger Richard Fairbrass Moderator bei „Gaytime TV“, von da an war er kein Frauenschwarm mehr. Heute sind Right Said Fred erfolgreich als politische Aufbauhelfer. Fröhliche Songs wie „You’re my Mate“, in denen sie mit Hetero-Ritualen wie Kumpelsaufen kokettieren, dienten während der Elbflut als Durchhalteparolen: „You’re my mate/and I will stand by you“ – die fernsehgerechte Musik zur Katastrophe, dazu Bilder von Flutkämpfern, die sich Sandsäcke reichen. Right Said Freds neuer Hit „Stand Up (for the Champions)“ schlägt in eine ähnliche Kerbe. Ursprünglich als Teaser zur Fußball-WM gedacht, diente der Song nun als Hintergrundsound für das TV-Duell Schröder/Stoiber unfd die Frage: Wer ist der Champion? Aufstehen, zusammenstehen. Vermutlich haben nur die zwei Engländer begriffen, dass hinter jeder Hymne eine homoerotische Fantasie lauert. Sassan Niasseri

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