Kultur : Diese Woche auf Platz 17 Brooklyn Bounce

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8d2 8e2 8f2 8a2 8g2 8f2 2d2 4a1 8f2 2e2 4c2 8d2 2.a1 2- 8d2 8e2 8f2 8a2 8g2 8f2 2d2 4a1 8f2 2e2 4c2 8d2 2.a1 - Das sind die Töne, die Besitzer von Nokia-Handys eintippen müssen, wenn sie „Club Bizzarre“, den letzten Hit von „Brooklyn Bounce“ hören möchten (nachdem sie ihn für 1,12 Euro freigeschaltet haben). So geht das heute. Ein Hit spielt auch als Klingelton sein Geld ein. Mag sein, dass die Tastenkombination abstrakt wirkt. In konventioneller Notenschrift könnte man schneller erkennen: Die Melodien von Brooklyn Bounce sind von beeindruckender Schlichtheit.

Brooklyn Bounce - das sind nicht nur die wechselnden, leicht bekleideten Leute auf dem Cover. Die sehen hauptsächlich gut aus. In dieser Hinsicht ist man ja heute ganz modern. An den Reglern drehen die Hamburger DJs Matthias Menck und Dennis Bohn. Sie sind entschlossen, den Leuten zu geben, was sie wollen. Das ist - auch im Jahre 15 von Techno - eben immer noch: Techno.

Pardon: „Progressive House“. Wie die Plattenfirma mitteilt, haben die beiden „80er-Synthi-Riffs entstaubt, Pizzicato-Sounds eingestreut, neue Percussion-Linien gezogen." Merkwürdige Drogen-Metaphern, das. Trotzdem: Vier Alben haben Menck und Bohn schon veröffentlicht. Und jetzt mit „Loud & Proud“ die elfte Single. Wenn die beiden an ihren von unten angestrahlten Plexiglasmischpulten stehen, erinnert das fast an den gläsernen Flügel von Udo Jürgens. Und die Videos von Brooklyn Bounce sehen aus, als hätte sich Dieter Bohlen in den Kit Kat Club verlaufen. Eine Art Spät-Spät-Barock des Techno. Sollte der Trend, wie letztes Wochenende bei der Love Parade beschrien, tatsächlich irgendwann vorbei sein, bleibt ihnen, neben schönen Tantiemen, immerhin die Freude an der Musik. Bohn hat aus Jugendtagen noch eine Rockband mit dem schönen n: „Change Your Dealer". Ob der neue auch ein Nokia-Handy hat? Ralph Geisenhanslüke

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