Kultur : Diese Woche auf Platz 18 Jennifer Lopez

„This Is Me ... Then“

Ralph Geisenhanslüke

HITPARADE

Auf ihr liegt stets ein sanfter Schimmer, als wäre sie mit Goldstaub bepudert. Das könnte sie sich leisten, wäre aber nicht gut für den Teint – und auf den gibt sie acht. Das Farbleitsystem von Jennifer Lopez verbindet die Elemente von Latino (ihrer Herkunft), schwarzer Kultur (damit erlangte sie ihren Chart-Erfolg) und Beverly Hills (ihr aktuelles Image).

Wenn Männer von „La Guitarra“ schwärmen, meinen sie damit nicht ihre musikalische Fähigkeiten. Lopez’ Zeigefreudigkeit ist beliebt bei alt und jung. Auch Mädchen wollen sein wie sie. Kein Problem. „Surfe durch ihre frisch-sexy-reine Welt“ sagt die Netzseite von Jennifer Lopez. Dort verkauft sie Kleidung und Düfte. Ihre Kreation „Glow“ enthält angeblich eine bunte Palette von Essenzen: Neroli, rosa Grapefruit Rose, Sandelholz, Ambra, Jasmin, Orris und Vanille. Da kann nicht mehr viel schief gehen.

Nebenbei hat Jennifer Lopez in den letzten fünf Jahren in sieben Filmen gespielt, vier Alben veröffentlicht, und wie kaum sonst jemand ihr Privatleben vermarktet. Die demnächst anstehende Heirat mit Schauspieler Ben Affleck fand Eingang in ihre Videos, Details des Ehevertrages gingen um die Welt. Und die zerreißt sich das Maul darüber, ob es sich hier bloß wieder um eine strategische Allianz handelt wie die mit Puff Daddy, dem HipHop-Produzenten, der ihr die ersten Hits auf den ranken Leib schneiderte.

Lopez gilt als Tigerin mit legendären Launen, die sich nicht scheut, Konkurrenz wegzubeißen. Das absichtsvoll am gleichen Tag veröffentlichte Album von Whitney Houston ist übrigens auf Platz 55 gefallen.

Nun wäre Jennifer Lopez wieder gern das Girl next door. Mit dem Song „Jenny From The Block“ beschwört sie ihre Wurzeln in der Bronx und schreibt Liebeslyrik von Hand. Das Booklet der CD erinnert an ein Tagebuch. Insgesamt 28 mal ist Jennifer Lopez darin abgebildet. Vorzugsweise leicht bekleidet oder in Limousinen-Fonds. Der Haarwuschel-Style geht schon ein wenig Richtung Julia Roberts, aber die Pelzmäntel wirken noch etwas neureich.

Vielleicht muss das so sein, bei Mädchen die von umme Ecke kommen.

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