Kultur : Diese Woche auf Platz 25 Panjabi MC

„The Album“

Ralph Geisenhanslüke

HITPARADE

Panjabi MC hat letztes Jahr mit seinem Song „Mundian To Bach Ke“ so ziemlich alle internationalen Hitparaden angeführt. Jetzt folgt ein etwas bemühtes, offenbar eilig zusammengeschustertes Album, das zu einem guten Teil aus älteren Aufnahmen besteht – und bislang nicht über Platz 20 hinaus kam. Rajinder Rai, so sein bürgerliche Name, ist 31 Jahre alt, stammt aus dem britischen Coventry und musste das Eisen wohl schmieden, so lang es heiß war. Und er verließ sich dabei auf den Kulturbonus. So erklärt seine Plattenfirma ausführlichst die Herkunft des Bhangra und das Instrumentarium indischer Musik – mag die Platte auch weniger nach Dhol, Sarangi, Sitar und Tablas klingen als nach zeitgemäßer Digitalproduktion. Jedes Mal, wenn ein indischstämmiger Künstler Erfolg hat, beginnt man reflexartig damit, die Herkunft seiner Musik zu erklären. Das geht schon seit Ravi Shankars Zeiten so. Dabei gibt es immer wieder solche Erfolge. Seit Jahren schon kommen aus der britisch-asiatischen Dance-Szene höchst inspirierte Künstler wie Nitin Sawhney oder Badmarsh & Shri. Wenn umgekehrt mal ein Bollywood-Superstar wie Gurdas Maan in Berlin gastiert, dann kennt ihn - außer den hier lebenden Indern - natürlich kein Mensch. All die Genannten hatten natürlich nicht solche Sommerhits wie Panjabi MC. Sie haben nur hervorragende Alben aufgenommen. Das gelingt Panjabi MC beim nächsten Mal vielleicht auch.

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