Kultur : Diese Woche auf Platz 7 Sarah Connor

mit Wyclef Jean: „One Nite Stand“

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Letzten Winter kam Sarah Lewe für ein Duett auf die Bühne bei Wyclef Jeans Konzert in der Columbiahalle. Wyclef, fröhlich tanzend wie ein Flummi, Sarah kurzbehost und langbestiefelt, etwas hüftsteif. Das sah lustig aus, aber die Szene gab einen Eindruck davon, welche Pawlowschen Reflexe hoch gewachsene Blondinen auch bei ausgebufften US-Profis auslösen können. Kurz darauf verkündete Sarah, die den Künstlern Connor trägt, sie werde einen Song mit Wyclef produzieren.

Damals nahm niemand so richtig ernst, was sie sagte. Schließlich war das Chartwunder aus dem niedersächsischen Delmenhorst gerade mit luftiger Garderobe und ländlichem Temperament durch einige TV-Shows getrampelt und hatte Udo Jürgens der Knabenliebe geziehen. Das klang halt wie: Landei, 22, üppig, sucht potente Macher für profitablen Zeitvertreib. Immerhin: Wenn eine nahezu Unbekannte es schafft, dass sich TV-Nation und Asphaltpresse Gedanken über ihre Unterwäsche machen – dann ist an ihr was dran. Was auch immer. Nur um Sarahs Herz „kümmert sich niemand“, wie „Bild“ beklagte.

Mit „Let’s Get Back To Bed – Boy“ oder „French Kissing“ hat sie eine grundlegende Erkenntnis vertont: Pop kommt von Poppen. Zu ihren so eindeutig wie jugendfrei formulierten Lebensweisheiten gesellt sich nun also das Phänomen des One Night Stand. Den Song hat ihr Wyclef auf den Leib geschrieben. Während Sarah sich in prätentiöser Lust und Gewissensnot spreizt, fantasiert er davon, über „The Autobahn“ zu brettern. Eine typische Mackernummer, schnell und lieblos – aber dem Thema angemessen. Ralph Geisenhanslüke

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