Kultur : Diese Woche auf Platz 8 Oomph!:

„Augen auf!“

Ralph Geisenhanslüke

HITPARADE

Sieht so etwa der Osterhase aus? Nein, bestimmt nicht. „Eckstein, Eckstein, alles muss versteckt sein“, singen die drei Herren. Aber der Abzählvers bezieht sich nicht auf bunte Eier, sondern auf die düsteren Seiten des Daseins. Im Video, entstanden im Schloss Charlottenburg, zeigen sie brave Kinder, die bei Tisch böse Stephen-King-Fantasien haben. Das ist ein schöner, wenn auch nicht ganz neuer Verfremdungseffekt.

Der Grusel-Welt sind Oomph! seit mehr als 15 Jahren verpflichtet. So lang, dass sogar Rammstein das Trio aus Wolfsburg als Inspirationsquelle für ihren rüden TeutonenRock nannten. Warum Dero, Crap und Flux im beschaulichen Niedersachsen derart schlechte Laune schieben, blieb dabei immer rätselhaft. Ebenso wie die vielen Messer und anatomischen Details im Booklet des Albums. Noch befremdlicher aber ist es, die Musik von Oomph! – sprich: Umpf! – im FitnessStudio zu hören, wie man es momentan bei einer bundesweiten Kette erleben kann. Nicht nur weil „Augen auf!“ klingt, als wäre es locker aus der Hansa-Pils-Dose geschüttelt, sondern auch wegen der Abzählerei. Sagt der Trainer zum Bodypower-Kurs: „Leute, haltet durch! Noch acht! Noch sieben! Noch sechs!“ Und dann zählt diese Kinderstimme dazwischen – mit ganz anderen Zahlen. Dabei kommt man leicht aus dem Takt. Deshalb noch mal für alle zum Mitzählen: Acht! Umpf! Sieben! Umpf! Sechs! Umpf! Durchhalten, Leute!

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